Wir haben im Kurs mal das Gedicht „Schlechte Zeit für Lyrik“ von Bertolt Brecht gelesen, dass er im dänischen Exil geschrieben hat während die Nazis ihr Unwesen in und um Deutschland trieben und den Tod über viele Menschen brachten. Brecht ging’s theoretisch gut aber er konnte sich mit dem Blick auf das was vor sich ging über nichts freuen. Wir sollten das auf die heutige Zeit beziehen. Mein lyrisches Ich ist ein berühmtes Model das eigentlich zufrieden sein sollte, es hat genug Geld, ist wunderschön berühmt gesund aber trotzdem… lest selbst ich hab das Original auch mal hier angeführt an dass ich natürlich nicht ran komm
Brecht ist einfach genial!!!

Bertolt Brecht – Schlechte Zeit für Lyrik

Ich weiß doch: nur der Glückliche
Ist beliebt. Seine Stimme
Hört man gern. Sein Gesicht ist schön.

Der verkrüppelte Baum im Hof
Zeigt auf den den schlechten Boden, aber
Die vorübergehenden schimpfen ihn einen Krüppel
Doch mit Recht.

Die grünen Boote und die lustigen Segel des Sundes
Sehe ich nicht. Von allem
Sehe ich nur der Fischer rissiges Garnnetz.

Warum rede ich nur davon
Daß die vierzigjährige Häuslerin gekrümmt geht?
Die Brüste der Mädchen
Sind warm wie ehedem.

In meinem Lied ein Reim
Käme mir fast vor wie Übermut.

In mir streiten sich
Die Begeisterung über den blühenden Apfelbaum
Und das Entsetzen über die Reden des Anstreichers.
Aber nur das zweite
Drängt mich zum Schreibtisch.

Meine Version

Lyrik in schlechten Zeiten

Sie weiß doch: nur die Glückliche
Ist beliebt. Ihre Stimme
Hört man gern. Doch Ihr Gesicht ist schön.

Das Model auf dem Catwalk
Zeigt auf sich, aber
Die Vorübergehenden bewundern ihre Schönheit
Doch sehen nichts

Die großen Partys und den Luxus der Reichen
sieht sie nicht, von allem
Sieht sie nur die Kälte des Neonlichts

Warum reden sie nur davon

Daß die Zeit vergeht?

Das plastische Gesicht
Ist jung wie ehedem

In ihrem Leben ein Klagewort
Käme ihr vor wie Übermut

In ihr streiten sich
Die Begeisterung über den schillernden Ruhm
Und das Entsetzen über die Reden des Puppenspielers

Aber nur das Zweite
Drängt das Produkt auf die Bühne