Regen
 

…Und es hörte nicht auf zu regnen. Die Haare klebten dem Engel auf der feuchten Haut und im Gesicht. Er fror und versuchte die kleine Flamme die ihm wärme spendete unter den Flügeln vor dem Wasser, das aus der Unendlichkeit des tiefblauen Nichts über ihm herein gebrochen war, zu schützen. Doch die Flamme versenkte seine Flügel und einpaar schwarze Federn schwebten knisternd in das Wasser das dem Engel umgab und bereits bis zu den Knien ging. Es stieg unaufhörlich. Als der Engel sich mit der Zunge über die nass benetzten Lippen fuhr schmeckte das Wasser komisch. Er sah nach oben in den Sternenlosen Himmel und fragte sich wo er war, dass der Regen salzig schmeckt. Er konnte sich nicht erinnern wie er hier hergekommen war. Plötzlich sah er für einen Moment zwei helle Flecken am Himmel aufleuchten, wie mandelförmige Sonnen. Wie Augen dachte er und wieder rann mehr Wasser auf ihn hinab. Doch die Augen schienen ihn nicht zu beobachten, viel mehr konnte er wie durch Fenster durch sie hindurchsehen. Sie schienen auch die Quelle des salzigen Wassers zu sein. Wieder blitzten die Augen auf und was der Engel erblickte machte für ihn keinen Sinn. Es schien ein Raum voller Spielzeug zu sein, doch es fehlte jegliche Dimension, und ein Hauch der zeitlosen Ewigkeit schien diesen Ort zu umgeben. Das Wasser stieg unaufhörlich und er musste sich bereits recken und auf Zehenspitzen stellen damit die Flamme nicht erlosch. Verzweifelt blickte er sich um doch er konnte keinen Ausgang erkennen, er war verwirrt. Er wusste nicht was Tränen sind doch das hinderte ihn auch nicht am Ertrinken.