Kapitel 7b: Keine Ruhe

Wo war eigentlich der Kerl abgeblieben?
Im Raum war noch mehr Staub aufgewirbelt.
Neben dem ersten Loch war ein zweites entstanden.
Ich spähte um den Tisch herum, in die Richtung aus der das Stöhnen kam. Irgendwas Kokonartiges wand sich auf dem Boden hin und her und versuchte mit zwei Fingern die ebenfalls am Boden liegende Waffe zu erreichen.
“Nichts da, Freundchen!“
Schnell sprang ich auf und kickte sie zur Seite.
Vom Kokon kam ein knurren.

“Uuuups! *hust* Vielleicht war die Dosierung des neuen Sprengstoffes…“
“Zu hoch? JA, verdammt! Wir wollten ein Loch keinen Krater! Bete das sie nicht verletzt sind!“
Das war doch Rüdigers Stimme, wie konnte das sein?
“HALLO! Rüdiger? Seit ihr das?“
schrie ich in den Nebel aus aufgewirbelten Staub und Zement.
“Maren?! Sie lebt! Was ist mit Chris?“
„Und hat das Netz den FearMe-Kerl getroffen oder ist der Feigling abgehauen?“ unterbrach Karls Rüdiger. Ein Grunzen des am Boden liegenden Knäuels beantwortete diese Frage. Seine angebliche Armee hatte zum überwiegenden Teil die Flucht ergriffen.
Ein paar übergebliebene Männer im Rambostyl lugten durch das erste Loch herein.
Als sie ihren Anführer sahen und feststellten das wir Gefangenen nicht mehr alleine und unbewaffnet waren zogen auch sie vor Land zu gewinnen.
Rüdiger stellte sich mit einem siegesbewussten Grinsen
vor den Durchgang, spielte mit seiner Waffe und rief ihnen
„Kusch kusch, seht zu das ihr abhaut!“ hinterher.

Ob Chris Ok war, da war ich mir selber nicht ganz sicher.
Er lag immer noch bewusstlos hinter dem Tisch.
Ich setzte mich neben ihn und hob behutsam seinen Kopf auf meine Knie. Er atmete ruhig und gleichmäßig. Ich verfluchte meine, nicht vorhandenen, erste Hilfe Kenntnisse und strich ihm vorsichtig eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Irgendwie sah sein Haar ziemlich zerrupft aus, als hätte er selber versucht irgendwas Frisurähnliches zu kreieren.
Lächelnd dachte ich an die Bundzeit zurück und den Augenblick als ich ihm das erste Mal mit kurzen Haaren gesehen hatte.
Es war so absolut anders gewesen und ich musste ziemlich geschockt ausgesehen haben, denn versicherte den ganzen Abend lang immer wieder das die Haare ja nachwachsen würden. Während ich mich erinnerte streichelte ich ihm über den Kopf.
„Kraulst du auch hinter den Ohren wenn ich schnurrrrrrrrrrrr…. Mist! Du hörst ja auf, ich hätte doch lieber die Klappe halten und weiter genießen sollen“
Er öffnete die Augen und sah mich fast ein bisschen vorwurfsvoll an.
“Ich hab mir solche Sorgen gemacht und du… du… du spielst hier den bewusstlosen!“ Ich schnappte nach Luft und suchte nach Worten, aber fand keine.
“Ich war doch auch bewusstlos… und dann bin ich langsam aufgewacht. “

 

Ein riesiges Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus, während Karl, Rüdiger und die Anderen sich ebenfalls zu uns runter knieten.
„Seit ihr beide ok?“
Ein „Mir ist gut.“ Kam aus Chris Mund gefolgt von „Aber n bisschen Kopfschmerzen hab ich schon...“
„Mir geht es ebenfalls gut“, sagte ich in einem leicht beleidigten Ton.
Auch wenn ich glücklich war, das meinem Kumpel nichts passiert war, so war er doch etwas zu weit gegangen. Ich drehte mich von ihm ab und schaute lieber auf das Knäuel aus Netzen, das immer noch umher robbte um sich zu befreien. „Komm schon...“ kam es von Chris und er umarmte mich von hinten.
„Ein bisschen Spaß muss doch sein.“ sagte er mit einem zwinkernden Auge. Doch bevor ich was dazu sagen konnte ergriff Rüdiger das Wort und machte einen auf Anführer.
„Los! Lasst uns schnell hier verschwinden.“
Und mit einem Blick zu seiner Bande fragte er
„Einen Ausweg habt ihr doch vorbereitet oder?“
„Ähh... ja... so halb... also theoretisch gesehen haben wir einen...“
„Und praktisch?“ knurrte Karl.
„Wir haben noch genug Dynamit für das ganze Haus“ beschrieb Uups die Situation.
„Ok, damit werden wir uns schon einen Weg zurechtsprengen“ meinte Rüdiger leicht erleichtert.
„Doch zuerst müssen wir noch Emma und die Anderen befreien und dann machen wir uns aus dem Staub, so lange hier noch ein Chaos herrscht. Bereit?“ Mein Kumpel hielt die Hand in die Mitte und nachdem ich meine auf seine gelegt hatte und wir uns in die Augen sahen, war der Ärger von eben wieder verflogen. Alle Anderen folgten mein Handeln und mit einem kräftigen „JA!“ beschlossen wir sozusagen unser nächstes Vorgehen.

 

Nacheinander standen wir auf und jeder bekam eine Waffe in die Hand gedrückt mit den Worten „Wir sind nicht hier um zu töten! Doch wenn es notwendig ist, denkt nicht lange nach.“ Mein Kumpel zog mir die Waffe wieder aus der Hand und sagte in einem leicht besorgten Ton „Du hältst dich im Hintergrund und mischst die nicht ein, ok?“ „Ja.“ Antwortete ich und entriss ihm die Handfeuerwaffe.

 

Los gings. Jeweils links und rechts vom Loch in der Wand stellten wir uns auf. Noch immer verhüllte eine riesige Staubwolke das Innere des Gebäudes. Vereinzelte Schreie drangen durch die Korridore, aber Schüsse waren nicht mehr zu hören, was bedeutete, dass die FearMe-Truppen tatsächlich geflüchtet waren. Langsam blickte ich durch das Loch in dem Gang und konnte schemenhaft im Staub mehrere Leichen und Unmengen an Blut auf dem Boden verteilt erkennen. Die Polizisten hatten gegen den Angriff keine Chance gehabt und wurden regelrecht abgeschlachtet. Ein leicht mahnender Blick kam von Chris zu mir herüber. Karl übernahm die Vorhut, dich gefolgt von Rüdiger, meinem Kumpel und mir. Die Bandenmitglieder sicherten nach hinten und schleppten Uups, der noch ein Teil des Dynamits hatte, mit. Wir befanden uns direkt in dem Korridor, von dem aus die ganzen Verhörräume ausgingen. Strecki und Emma mussten direkt hinter jeweils einer der zwei Türen links und rechts vor uns warten, doch eine Tür war bereits offen. Langsam und vorsichtig schlichen wir zu dieser und spähten hindurch. Der Tisch und Stuhl waren im Raum verteilt und ein FearMe-Typ lag am Boden, allerdings fehlte von Emma und Strecki jede Spur.  Sofort gingen wir zur anderen Seite und Karl öffnete mit gezogener Waffe vorsichtig die Holztür. Der Tisch war seitlich umgekippt und in eine Ecke gestellt, offensichtlich um Schutz zu liefern. Freien Mutes rief ich nach den Beiden und plötzlich regte sich etwas hinter dem Tisch und es kam erst der Kopf von Strecki zum Vorschein und nachdem er uns erkannt hatte, folgte der von einer ziemlich mitgenommenen Emma. Trotzdem zeichnete sich ein Lächeln auf ihrem Gesicht ab und sie sprang auf und rannte zu Rüdiger, der sie herzlich in den Arm nahm. Tränen flossen über ihre Wangen und benässten die Klamotten von Rüdiger, der ihren Kopf streichelte. Strecki kam langsam hinterher und beantwortet die Frage von Karl, ob er den FearMe-Kerl K.O. geschlagen hätte mit Ja. In der rechten Hand trug er dabei das Gewehr seines Opfers, mit dem er sich zu Emma durchgeballert hatte. Er sah ziemlich gefasst aus für das, was passiert war, trotzdem nahm ich ihn kurz in den Arm. Währenddessen übernahm Karl wieder die Führung. „Wiedersehen könnt ihr auch noch später feiern, erst müssen wir Frau Liebig finden und dann geht’s endlich weg von hier! Noch hatten wir Glück, aber glaub ja nicht, dass die Kavallerie nicht auf dem Weg ist!“ Und mein Kumpel fügte hinzu. „Emma, du bleibst bei Maren und du, Rüdiger, passt mir gut auf die Beiden auf! Karl, Strecki und ich gehen vor und ihr...“ Er zeigte auf die Mafiamitglieder. „... sichert uns den Rücken.“

 

Die Gruppe mit Karl, der wusste wo es entlang ging, spähte durch die Tür und schlich durch. Dann folgte unsere 3er-Gruppe bis die Mafiosi allein im Raum blieben. Die Staub- und Rauchwolken waren zwar etwas schwächer geworden, jedoch sah man immer noch ziemlich schlecht. Aufgeregtes Stimmengewirr kam aus dem Eingangsbereich und plötzlich waren die Lichtkegel von Taschenlampen zu sehen als gerade die Letzten durch die Tür schlichen. Ein leises „Fuck!“ entkam aus einem der Mafiosi und sofort blieben die Lichter stehen. „Halt! Wer ist da?“ „Rennt!“ schrie mein Kumpel und alle rannten los. Die Polizisten eröffneten das Feuer, doch zum Glück war vor uns eine Kurve und keiner wurde verletzt. Während wir weiterliefen feuerten die Mafiosi um die Ecke und hielten die Polizei zurück. Nach einer weiteren Kurve blieben wir stehen, weil mein Kumpel an einer Tür lehnte und Karl mit Strecki eine weitere Kurve in 5 Meter Entfernung sicherten. Rüdiger drehte sich instinktiv um und sicherte nach hinten, während Emma und ich uns an eine Wand lehnten und nach Luft schnappten. Mein Kumpel richtete seine Waffe nach einer kurzen Verschnaufpause auf die Tür und öffnete sie leise.

 

 

Variante 1:

- PENG -

Die Holztür splitterte und die Kugel landete knapp neben mir in der Betonwand. Mein Kumpel drückte sich an die Wand neben der Tür und schrie zu uns beiden „Deckung!“ herüber. Augenblicklich riss ich Emma mit mir aus dem Gefahrenbereich und hörte die aufgeregte Stimme eines Polizisten.
„Bleibt mir ja vom Hals! Haut ab! Sonst erschieß ich euch alle!“
Chris versuchte es erst mal diplomatisch und sagte mit seiner ruhigsten Stimme. „Wir wollen Sie nicht töten. Überreichen Sie uns einfach die Frau und wir verschwinden wieder. In einer Minute ist die Sache gegessen, wenn Sie sie uns geben!“
„Das darf ich aber nicht!“ kam es unsicher zurück.
„Was ist Ihnen mehr wert? Ihr Leben oder die Vorschrift? Überlegen Sie es sich!“
Getuschel war zu hören und nach einer Minute kam Frau Liebig herausspaziert. Währenddessen wurden die Schüsse aus Richtung der Mafiosi lauter und dazu hörte man schnelle Schritte. Rüdiger eröffnete das Feuer als seine Leute um die Kurve in Deckung waren, doch nach wenigen Sekunden schrie er nur noch „Rückzug!“

 

Variante 2:

Geheule kam aus dem Raum, zwar ganz leise, aber vernehmbar. Chris wagte einen kurzen Blick, checkte die Lage drinnen, drehte sich zu uns um, rollte mit den Augen und öffnete die Tür komplett. Drinnen sahen wir Frau Liebig vor dem Tisch stehen und auf dem Stuhl dahinter saß ein Polizist, die Hände am Kopf und am Weinen was das Zeug hält. Die Waffe lag fertiggeladen auf dem Tisch. Emma, Chris und ich gingen in den Verhörraum und die Beiden bemerkten uns endlich. Frau Liebig ging es ziemlich gut, während der Mann uns mit nassem Gesicht ansah und anfing uns anzuflehen, sie mitzunehmen. Als von uns keine Reaktion in dieser verqueren Situation kam, nahm der Polizist urplötzlich die Waffe und ehe wir reagieren konnten, hielt er sie sich an seine Schläfe und schrie. „Nehmt sie mit, sonst erschieß ich mich! Kapiert?“ „Wir nehmen sie mit, keine Sorge.“ Kam es von uns Dreien wie aus einem Munde. Etwas beruhigt legte er den 9mm-Pistole wieder auf den Tisch vor ihm und fing erneut an zu weinen. Mit Frau Liebig im Gepäck ließen wir den Mann alleine zurück und trafen vor der Tür die Mafiosi und Rüdiger, die geraden den Rückzug antraten.

 

 

Mein Kumpel und ich rannten ihnen hinterher, doch Frau Liebig blieb nur wie angewurzelt stehen und fragte über die Schüsse hinweg doof.
„Was ist denn hier los?“
Ein kleines „Ich hasse sie!“ entwich meinem Kumpel als er zurückrannte, sich sie schnappte und anfing auf die Ecke zu ballern, um die gerade ein paar Polizisten gerannt kam und nun wieder in Deckung sprang. Karl, der die Führung übernommen hatte, trat eine Tür ein und alle folgten ihm, weil die Polizei nun aus beiden Richtungen kam und uns somit eingekesselt hatte. Zu Dritt verschlossen die Männer die Tür und stapelten Stühle und Tische aus diesem Lehrraum dagegen. Wir waren in der Falle. Zwar gab es noch einen Nebenraum, jedoch führte dieser nicht weiter, sondern beinhaltete nur Lehrmaterial wie nen Projektor, ein paar Ersatzstühle und Tische und viele Bücher. Das Fenster war interessanterweise mit Gittern gesichert, was sicherlich einen “netten“ Eindruck auf die Schüler hier gehabt haben muss. Inzwischen war die Sonne am Horizont gewandert und schien nun fast senkrecht auf die metallische Stadt nieder.
„Was sollen wir jetzt machen?“ fragte ich ratlos Karl, der allerdings ganz zuversichtlich aussah.
„Wir sprengen uns hier raus!“ war seine knappe Antwort, bei der er anfing leicht wahnsinnig zu grinsen.
„Räumt den Nebenraum aus und du Uups gibt’s mir mal n bisschen Sprengstoff. Ich mach das heute mal selber, damit wir nicht zufällig mit in die Luft fliegen.“

Gesagt, getan. In Nullkommanix war alles aus dem Raum und nun war genug Platz für alle Leute um etwas Schutz vor der Detonation zu haben. Karl brachte dabei den vorher halb durchgerechneten Sprengstoff an und setzte einen Zünder ein. Die Polizei war gerade dabei die Tür aufzubrechen, als ein riesiger Knall und eine Erschütterung das Hochhaus durchzogen.

 

Frei!
Jedenfalls für den Moment, denn die Polizisten würden jede Sekunde um die Hausecken stürmen. Nahestehende Passanten fingen an zu schreien als wir bewaffnet aus dem Loch sprangen und versuchten Autos anzuhalten. Eine ganze Armader von Polizeiautos schoss um die Ecke in die kleine Seitenstraße und eröffneten das Feuer mit den eingebauten Schnellfeuerwaffen auf uns. Mein Kumpel übernahm das Steuer eines ziemlich neu aussehenden VW-Modells, während Karl auf den Beifahrer und Rüdiger, Emma und ich auf den Rücksitz Platz nahmen. Frau Liebig stieg bei einem zweiten angehaltenen Wagen als Fahrerin ein und Strecki und die Mafiosi mussten zwangsweise dazu steigen, jedoch nicht ohne eine Miene, die 5 Tage schlechtes Regenwetter bedeutete, zu ziehen. Beide Autos beschleunigten, wobei Frau Liebig sich direkt an unser Heck hängte. Mein Kumpel hielt direkt auf die Polizeiautos zu und erst im allerletzten Moment wichen die Polizeiautos in alle Richtungen aus und nahmen die Verfolgung auf. Chris fuhr wie ein Besessener um die Autos abzuhängen, die nun zum Schutze der Bevölkerung aufhörten zu schießen, doch deren fahrerische Leistung waren erste Sahne. Für Frau Liebig war es schwer an unserem Heck zu bleiben, allerdings schaffte sie es irgendwie immer, doch die Chance, dass wir sie zusammen abhängen können, war praktisch Null, weswegen mein Kumpel gleichzeitig versuchte eine Leitung zum anderen Wagen aufzubauen. Erstaunt sah ich zu wie er mit Links lenkte, mit Rechts tippte, dabei noch auf die Straße achtete und versuchte die Polizisten zu verwirren. Frau Liebigs Stimme ertönte „Hallo?“
„Wir müssen uns trennen! Schüttel sie ab und dann treffen wir uns hinter dem Haus von den beiden Mädels hier in der Nähe. Verstanden?“
„Waaas? Wo soll ich hin?“
„Du weißt doch, von der Archäologin und der Ärztin! Nun verstanden?“
„Wen meinst du? Sag’s doch einfach.“
„Mensch! Die Leitung wird vielleicht abgehört, deswegen! Denk nach! Zwei Mädels, die sich ne Wohnung teilen, hier in der Nähe wohnen und als Berufe Archäologin und Ärztin sind.“
„Ahhh... Du meins- ...“
Er  trennte mit einem Fingerdruck die Leitung und sagte mehr zu sich als zu uns „Fast hätte die doofe Kuh die Namen verraten…“
Der Wagen mit Strecki, Frau Liebig und den Mafiosi drehte an und die Polizeiautos hinter uns teilten sich auf. Zwei flogen den Anderen hinterher und insgesamt vier Stück klebten an unserem Heck.

 

Nun machte Chris ernst und flog, was das Auto hergab, dass mir schlecht wurde, doch mein Stolz hielt meinen Mund zu. Emma und selbst Rüdiger sahen ebenfalls etwas grün im Gesicht aus und hielten sich die Mägen bei den Rollen und anderen atemberaubenden Manövern, die bei Höchstgeschwindigkeit durchgeführt wurden. 20 Meter trennten unseren Wagen von den vier Verfolgern, die zum Glück nicht wieder anfingen, dass Feuer auf uns zu eröffnen. Vor uns tat sich nach einer weiteren Kreuzung, die wir bei rot überquerten und beinahe mit dem Leben bezahlt hätten, eine Art Autobahn auf. Ohne zu zögern fuhr mein Kumpel falsch herum die Abfahrt herauf und wich den entgegenkommenden Autos aus, die anfingen zu hupen. Die Polizeiautos fuhren währenddessen neben dem Zubringer und hielten Abstand von uns und dem Verkehr. Die Autobahn selbst war sozusagen zweistöckig, 3 Autos fuhren nebeneinander und jeweils 2 übereinander, also insgesamt 6 Spuren. Alleine beim Zugucken bekam ich ein mulmiges Gefühl und die Gewissheit, dass ich nie in dieser Zukunft Auto fahren werden.
„Ich habe einen Plan.“ Meinte mein Kumpel als er waghalsig einen Truck umkurvte, fast mit einem Sportwagen in der Spur daneben kollidierte und dann per Rolle die Situation entschärfte.
„Emma, du musst dich etwas tiefer hacken als gewohnt. Und zwar musst du das komplette Aussehen des Auto in einem bestimmten Moment verändern, so dass selbst die Polizeikameras getäuscht werden.“

 

In diesem Moment bemerkte ich etwas an meinen Kumpel, was sehr merkwürdig war. Woher wusste er eigentlich, dass Emma so gut hacken konnte? Und woher konnte er eine Verbindung einfach so aufbauen? Wo er doch aus meiner Vergangenheit stammt und weniger Zeit als ich hier verbracht hat. Über Emma konnte er gar nichts wissen, weil wir erst festgenommen wurden und danach nicht über sie geredet haben.
< Ja, mach ich. > erschien auf dem Display unter dem Tacho und Emma fing an in die Luft zu tippen.
„Chris?“ Ich musste ihn fragen.
„Ja?“
„Woher weißt du eigentlich, dass Emma hacken kann?“
Ein Schweigen kam vom Vordersitz, den jetzt jeder gebannt anstarrte.
„Ich... Ich weiß es nicht... Irgendwie war es einfach da... Vorhin nach dem ich kurz ausgeknockt war, da... da wusste ich auf einmal Dinge... Dinge, die mir ganz neu, aber auch vertraut vorkamen... Keine Ahnung woher die kamen... Sie waren einfach da... Seitdem kann ich auch Sachen... Sachen, die ich nie zuvor getan habe, aber doch kann ich sie... instinktiv... Irgendwie ist das alles ziemlich unheimlich... aber auch verdammt cool.“
Keiner sagte was. War der Typ da vorne tatsächlich mein Kumpel?
Oder schlimmer eine Art Doppelgänger, der uns ausspionieren sollte?
Keiner im Auto war sich seiner Antwort sicher, außer mir. Tief in mir wusste ich, dass es mein Kumpel war, der da das Auto lenkte. Nur er konnte so was bringen als er so tat, als ob er ohnmächtig wäre und von mir weiter gestreichelt werden wollte.
„Emma, bitte.“ kam es von ihm und Emma machte mit dem Tippen weiter.

 

Vor uns erstreckte sich eine riesige Straßensperre am Horizont, die alle Fahrspuren blockierte und wie eine Wand aus Autos aussah. Die letzten Autos, die noch durch die Sperre kamen, fuhren an uns vorbei und Chris musste handeln. Er riss das Lenkrad rum und fuhr wieder in die Richtung, aus der wir gekommen waren. Alle Polizeiautos in der Nähe korrigierten den Kurs und folgten unseren Wagen mit genügend Abstand zu uns und den unbeteiligten Fahrzeugen. So langsam wurde es echt eng.
„Wie weit bist du Emma?“
< Brauche nur noch die Polizeikamerafrequenz, doch die zu filtern dauert. > „1782.56“
Wieder herrschte einen Moment lang Stille im Auto.
„Keine Ahnung woher. Ich weiß ja nicht mal was das genau bedeutet.“
Emma tippte die Zahl ein und nach ihrem Lächeln zu urteilen, funktionierte es.
< Einsatzbereit! > erschien auf dem Display.
„Ok, wenn ich jetzt sage aktivierst du es.“
Und bestimmt mit einem Lächeln auf dem Lippen fragte er
„Hast du auch an getönte Scheibe gedacht?“
< Jap. Grüne^^ > grinste Emma und mein Kumpel guckte kurz, mit tatsächlich einem Lächeln, auf uns, wie wir zu Dritt auf die Rückbank gequetscht waren. Fast erwischte er einen LKW beladen mit Tilsiterkäse, denn die Autos vor uns wurden langsamer, was bedeutet, dass die Polizei eine weitere Straßensperre errichtet hatte. Ohne zu zögern riss mein Kumpel das Lenkrad nach unten und wir durchbrachen die obere Fahrspur und somit aus der Autobahn. Sofort taten es alle anderen Verfolger uns gleich und verteilten sich hinter unserem Heck. Die Autobahn wurde durch die Heckscheibe immer kleiner, während durch die Frontscheibe dafür ein Hochhaus größer wurde. Als Emma und ich Menschen hinter einer der Fenster erkennen konnten, fingen wir an zu schreien und in diesen Moment drehte sich der Wagen, schoss knapp an der Hauswand vorbei und ging auf der Rückseite des Hauses in einen Sturzflug über. Die Polizisten waren dermaßen überrascht, dass sie der Abstand merklich vergrößerte, ehe sie ebenfalls im Sturzflug hinter uns her jagten. Die Geschwindigkeit nahm ein kritisches Maß an, ehe mein Kumpel das Lenkrad wieder auf Normalposition brachte und wir in eine Straße einbogen und dieser folgten.
An der Kreuzung änderten wir die Richtung, anscheint ohne ein richtiges Ziel zu haben und trotzdem wurden die Insassen in den Polizeiautos, die ich durch die Heckscheibe beobachtete, nicht kleiner.
„Haltet euch gut fest“ meinte mein Kumpel vor einer erneuten Kreuzung und alle befolgten den Ratschlag und klammerten sich an etwas. Beim Abbiegen ging er in die Eisen, wodurch wir alle nach vorne gedrückt wurden und mir beinahe das letzte Essen entwich und fuhr rückwärts weiter. Die Bullen, die um die Ecke sausten, wichen so gut es ging aus. Durch die Heckscheibe guckend wurde das vorletzte Verfolgungsauto plötzlich riesig. Erst im allerletzten Moment hob sich die Motorhaube und ich konnte die Unterseite des Autos erkennen, die dann unser Dach mit einem lauten Knall berührte. Mein Herz sackte in die Hose, doch dafür war keine Zeit. Mit einer tollen Drehung waren wir wieder auf Kurs und nun war zu erkennen, dass das waghalsige Manöver uns etwas mehr Platz beschert hatte. Nach ein paar weiteren Kreuzungen kam es zuversichtlich von Chris „Emma, gleich geht’s los. Wenn ich um die nächste Häuserecke fahre und wir aus deren Sicht sind, veränderst du unser Aussehen und ich brems das Auto auf Normalgeschwindigkeit ab. Hoffe das klappt, da vorne müssten gleich mehrer Kreuzungen aufeinander folgen, was sie verwirren sollte. Bei jetzt aktivierst du das Ding.“ Spannung lag in der Luft und alle starrten auf die Häuserecke bei der Kreuzung vor uns. Wieder wurde das Auto herum geschleudert, ein „Jetzt!“ peitschte durch den Innenraum und gleichzeitig bremste es und wir alle wurden in unsere Gurte gepresst. Die Polizeiautos brausten an unseren Wagen vorbei und verteilten sich an den nächsten Kreuzungen in alle Richtungen. Erleichterung ersetzte die Spannung und die Angst, dass es nicht funktioniert hätte, im gesamten Auto und jeder atmete einmal tief durch. Gemächlich im Gegensatz zur vorherigen Durchschnittsgeschwindigkeit ging es direkt raus aus diesem Gebiet, aber nicht ohne weitere kurze Panikattacken zu bekommen, wenn die Polizei vorbeiflog. Über eine andere Autobahn ging es weiter zu den Mädels, wo hoffentlich schon Strecki, Frau Liebig und die Mafiosi warteten. Die 30 Minuten Fahrzeit dahin nutzten alle um durchzuatmen und das eben Erlebte noch mal Revue passieren zu lassen und zu verarbeiten.

 

Das Hochhaus der beiden, ehemaligen Klassenkameradinnen erschien und wurde langsam größer, womit auch die Spannung, ob die Anderen es geschafft hatten, stieg. Nach zwei weiteren Kreuzungen waren wir angekommen, fuhren auf den Parkplatz auf der Rückseite des Gebäudes und bestaunten viele in der Luft schwebende Fahrzeuge. Langsam ging es durch die Masse hindurch während wir nach unseren Freunden suchten. Mein Kumpel hielt an, stieg aus und winkte in die Automenge. Auf einmal regte sich etwas und tatsächlich erschien das gesuchte Auto über uns und kam herunter. Karl, der nun ebenfalls ausgestiegen war, umschlang mit seiner Hand, genauso wie Chris, seine Waffe. Immerhin konnte dies auch eine Falle der Polizei sein und in diesen Zeiten war Vorsicht geboten. In der Zeit, in dem das schnittige Modell neben uns geparkt wurde, stiegen wir Drei auf der Rückbank ebenfalls aus und schauten angespannt auf die sich öffnenden Türen. Wäre Frau Liebig ne Polizistin gewesen, dann hätten wir keine Chance gehabt, so schnell wie sie aus dem Wagen sprang und mich anfiel. Wildes Gekreische kam von ihr, während sich mich in den Arm nahm und drückte. Tatenlos blieb ich stehen und lies mir das Ganze gefallen. An ihrem Kopf vorbei konnte ich sehen, wie Strecki und die Mafiosi ausstiegen, wobei Einer von ihnen verletzt schien und blutete. Erst jetzt fielen mir auch die Einschusslöcher und die zerbrochene Heckscheibe auf. Emma, die bis eben noch neben mir stand, war mit Tränen in den Augen zu Strecki gerannt, der sie in den Arm nahm und etwas verwirrt dreinschaut. Frau Liebig ließ mich endlich los und fing an zu erzählen, wie sie die Polizei abgehängt hatten. Sie redete so schnell, dass ich nur die Hälfte verstand, doch mein Gespür sich in andere Personen hinein zu versetzen und deren Sätze zu beenden half mir es zu verstehen. Die Kurzfassung war, dass die Mafiosi die Polizeiautos mit Sprengstoffbomben außer Gefecht setzen konnten und sie so schnell entkommen konnten. Von meinem Kumpel kam der Vorschlag „Lasst uns ihn nach oben bringen, dort kann er verarztet werden und sofort danach sollten wir abtauchen und uns ein Versteck suchen. Ich weiß nicht, ob jemand das Gespräch abgehört und verstanden hat.“ Zu Zehnt gingen wir durch den Hintereingang ins Gebäude: Rüdiger und Karl schlenderten voraus. Strecki, immer noch mit einem Blick, wie er reagieren sollte, hielt Emma. Fräulein Liebig, die das ganz interessant fand, quasselte mich dicht und mein Kumpel lief mit den Augen rollend neben mir her. Am Ende hielt Einer der Mafiosi den Anderen und Uups rannte verpeilt hinterher. Eine Tür knallte und ehe ich mich versah lag ich auf den Boden und mein Kumpel mit unsicheren Blick auf mir. Ein älterer Herr aus einem Nebenraum ging ohne uns eines Blickes zu würdigen vorbei.
„Sorry.“
„Was ist denn in dich gefahren? Bist du mein Bodyguard? Ich kann schon auf mich selber aufpassen. Ich bin schon ein großes Mädchen!” pampte ich meinen Kumpel etwas an. Letztendlich mochte ich seine Nähe, doch das hier ging eindeutig zu weit.
„Ich bin hier her gekommen um dich zu retten und zurück zu holen und das in einem Stück und das habe ich immer noch vor.“ Sagte Chris und ging weiter. Seine Antwort verdeutlichte mir noch mal, was er schon alles für mich getan hatte.
„Hab ich dir schon mal gedankt?“
Perplex blieb er wieder stehen und schaute mich verwundert an.
„Ähmm...“
Doch bevor er weiter etwas sagen konnte, sprang ich auf und umarmte ihn so doll es ging.
„Du erwürgst mich...“
„Oh...“
Ich ließ etwas lockerer und schaute ihm in die braunen Augen. Er war er, definitiv. Ohne zu zögern küsste ich ihm auf die Wange und ging weiter, er hatte es verdient. Die Anderen warteten im Aufzug auf uns und als die Türen sich verschlossen und direkt wieder im richtigen Stockwerk öffneten, war wieder das Gefühl des Beamens vorhanden. An der Tür angekommen klingelte mein Kumpel und schob mich vor die Türkamera, damit ich die anderen 9 Leute verdeckte und die Beiden nicht abgeschreckt wurden. Die Tür ging auf und leicht verschlafen guckte die Ärztin durch die Tür, doch bei unseren Anblick wurden ihr Augen ganz groß und wanderten umher. Erst blieben sie bei dem blutigen Mafiosi und dann an mir haften.
„Wir brauchen deine Hilfe.“ sagte Chris. Anstatt einer Antwort wie „Ja“, „Nein“ oder „Kommt rein“ meinte sie immer noch mich anstarrend nur
„Ich hab euch im Fernsehen gesehen.“
Schweigen von beiden Seiten.
„Dürfen wir bitte rein?“ fragte mein Kumpel und brach die kurze Stille. Aus den Gedanken gerissen stürzte meine alte Freundin auf mich zu, umarmte mich und antwortete
„Ja, klar, kommt rein.“ In mein Ohr flüsterte sie beim Hineingehen
„Ich hab mir solche Sorgen gemacht.“
Komplett bevölkerten wie die kleine Wohnung und alle bis auf Rüdiger und die Mafiosi, die in Richtung Sonnen- bzw. Heilbank verschwanden, gingen in die kleine Küche. Miss Archäologin saß bereits am Küchentisch als wir den kleinen Raum befüllten und Frau Doktorin setzte sich daneben. Fräulein Liebig umarmte Beide, während Strecki nur kurz zu ihnen nickte und sie zurücknickten. Mit Tassen in den Händen bewaffnet standen wir den Beiden gegenüber und zusammen lauschten wir den Nachrichten, die über den Bildschirm flimmerten.

 

„Guten Tag meine Damen und Herren.
Es ist 14Uhr.

Wie die Polizei eben in einer Pressekonferenz mitteilte konnten die Terroristen, die erst heute Morgen gefasst wurden, aus dem Polizeihauptrevier flüchten.
Die Polizei warnt, dass die Personen bewaffnet und sehr gefährlich sind. Handeln sie nicht auf eigene Faust sondern wenden sie sich mit Informationen an die nächste Polizeistation.

Folgende Personen befinden sich derzeitig auf der Flucht:

Der derzeitig meistgesuchteste Terrorist Chris Mar alias die Teetasse und seine Komplizen Karl Siebert, Rüdiger und Emma Holzmann, Maren Recce auch Corax genann sowie, Jennifer Liebig, Tom Strecki, Heinz Kranz, Henning Mathies und Prof. Alexander.“


Dabei erschien jeweils ein Bild von uns aus früheren Zeiten.


„Wie Augenzeugen berichteten, gab es mehrer Explosionen und Schüsse aus dem Gebäude der Polizei. Ob dabei Personen verletzt oder gar getötet wurden, ist noch unklar. Eine dieser Explosionen soll dabei angeblich ein Loch in die Außenwand des Gebäudes gerissen haben, wodurch die gesuchten Personen flüchten konnten. Weitere Augenzeugenberichte besagen, dass die Terroristen zwei Autos besetzten und sich mit der Polizei eine wilde Verfolgungsjagd durch die Stadt leisteten, bei der sie entkommen konnten.

Weitere Informationen dazu erhalten sie sofort bei uns.

Die weiteren Nachrichten...“


Der Fernseher wurde auf stumm geschaltet und die Frage, was tatsächlich passiert war, schwebte förmlich im Raum. Etwas ernüchternd fragte Karl einfach heraus
„Also, was wollt ihr wissen?“
Die Beiden guckten sich nur verblüfft an und schauten dann in meine Richtung „Können wir ihnen vertrauen?“
 „Ja“ antwortete ich mit meiner überzeugensten Stimme.
„Für alle würde ich meine Hand ins Feuer legen.“
Und das stimmt auch. Bei Karl, Rüdiger, Emma, Strecki, Fräulein Liebig und Chris ohne Frage und bei den anderen Dreien war ich mir auch ziemlich sicher, immerhin haben sie uns aus dem Revier geholt.
„Ok, dann könnt ihr bleiben so lange ihr wollt. Aber Betten oder so haben wir nicht.“
„Danke, aber wir hauen so schnell wir möglich wieder ab, dann ist die Chance ungesehen wegzukommen größer und ihr seid auch nicht gefährdet. Eher früher als später werden sie oder Passanten das Auto erkennen und dann stürmt die Kavallerie hier rein. Ich schau mal nach, ob wir schon los können.“
sagte mein Kumpel und verschwand aus der Küche.
Karl zappte durch die Programme auf der Suche nach weiteren Informationen, Fräulein Liebig fing an die Beiden über das Erlebte voll zu quatschen, Emma schmiegte sich noch immer an Strecki, dem das langsam gefiel und ich dachte nach. Darüber was passiert war und über das was noch kommen wird. Die mobile Zeitmaschine war nun im Polizeirevier und wir brauchten sie, also müssten wir eigentlich wieder zurück. Doch zu diesem Zeitpunkt fühlte ich einfach eine familiäre Geborgenheit. Irgendwie schien es, als ob wir eine große Familie wären und letztendlich hatte uns das alles auch sicher so zusammengeschweißt wie eine Richtige. Mein Kumpel kehrte mit der Nachricht, dass wir in spätestens einer viertel Stunde wieder abhauen würden, zurück und wie er so im Türrahmen da stand, nutzte ich die Gelegenheit es Emma gleich zu tun und lehnte mich mit geschlossenen Augen an ihm. Nur noch seinen Herzschlag spürend und seinem Atem hörend konnte ich für ein paar Minuten komplett entspannen und die Umgebung ausblenden. Geborgenheit durchfloss meinen gesamten Körper und alle meine Sinne. Emma fühlte sicherlich das Selbe als sie bei Strecki lehnte, immerhin hatte er sie beschützt. Irgendwie hatte Emma in ihm nen Beschützerinstinkt ausgelöst und wer weiß, ob da noch mehr wäre. Emma schien da gar nicht so abgeneigt zu sein, so wie es aussah.

 

Eine kleine Atempause bevor es wieder los ging, von A nach B zu rennen verfolgt von der halben Zukunft, mehr war es nicht, dass wusste ich.
Trotzdem war ich froh über diese kurze Auszeit, denn ich hatte sie bitter nötig. In den letzten Tagen hatte ich mehr erlebt als die meisten Menschen in ihrem Leben und die ständige Hetzjagd schaffte mich. 
Auch wenn in diesem Moment alles friedlich schien war uns allen klar dass der Schein trügt und es nur eine Frage der Zeit war wann es wieder weiter gehen würde.
“Nun ist aber genug gekuschelt, dass ist ja fast widerlich! Fehlt nur noch das ihr gleich aufeinander hängt.“ Unterbrach die Archäologin die Stille.
„Wer hängt aufeinander und Wo? Runter von meinem Sofa!!!!“ schrie die Frau mit Schlips in unsere Richtung als sie zur Tür hinein gestürzt kam.
“Jetzt regt euch mal wieder ab, Chris und ich machen doch gar nichts.“ Verteidigte ich mich.
“Hast du eben Chris gesagt?“ „Stimmt, Sie hat eben Chris gesagt. Da läuft doch was zwischen dir und deinem Kumpel!“ Rüdiger und Karl grinsten sich an.
<Blitzmerker *rolleyes*> kam es von Emma.
Chris lächelte mich verlegen an und amüsiert stellte ich fest dass er sogar leicht rot wurde.
„Möglich“ murmelte ich und schmiegte mich wieder an ihn.
“Sag mal hast du eine Ahnung was der Agent von uns wollte? Habt ihr denen irgendetwas... entwendet?“ fragt Chris mich mit geschlossenen Augen. „Du bist doch der mit den ungewöhnlichen Erinnerungen im Kopf, ich hab keine Ahnung. Die Zeitmaschine kann er nicht meinen, denn die wurde von der Polizei bereits beschlagnahmt.“ Murmelte ich ebenso müde und erschöpft zurück. „Ungewöhnliche Erinnerungen…“ er lächelte „… es sind in der Tat ungewöhnliche Erinnerungen. Wahrscheinlich bin ich übermüdet aber eben hatte ich Mac Piet vor Augen, der neben einem gigantischem Glas Red Sider Dudelsack spielte.“
„Das Glas war nicht groß und viel zu schnell leer.“ antwortete ich im Halbschlaf.
„Du hast das ganze Glas ausgetrunken? Das war fast so groß wie Mac Piet. Und warum bekommst du Red Sider und ich nicht?“ Sein Interesse schien geweckt, denn er öffnete wieder ein Auge.
„Ja, aber es war nicht groß sondern Mac Piet war winzig und du hattest auch n Glas.“
„Ich hatte kein Red Sider. Wovon sprichst du?“ wollte er wissen doch ich war bereits eingeschlafen. So blieb ihm nichts anderes über als verwirrt auf dem Sofa sitzen zu bleiben und die anderen fragend anzusehen.
Es herrschte betretendes Schweigen und allgemeines zu Boden starren.
“Springen ist nicht unbedingt deine Stärke oder?“ fragte Karl schließlich.

„Nicht besonders. Das scheiß Weitspringen hat mich beim Bund das deutsche Sportabzeichen gekostet.“ Rüdiger und Karl nickten zustimmend. „Lass es mich so sagen…. In der Zukunft wird sich das nicht wesentlich ändern. Daran solltest du beim nächsten Mal am Besten denken bevor du den Helden spielst.“

 

Komplette Verwirrung stand meinem Kumpel auf der Stirn geschrieben und bei seinem Gesichtsausdruck fingen Karl und Rüdiger an zu lachen, wodurch ich wieder wach wurde und verschlafen aufblickte. „Wie lang hab ich geschlafen?“ fragte ich Chris. „Ähmm… ungefähr ne Minute.“ kam zurück und nun wurde mein Gesichtsausdruck zur allgemeinen Belustigung missbraucht. Diese Minute Schlaf hatte neue Geister in mir freigesetzt und ich fühlte mich tatsächlich ausgeschlafen. Belebt sprang ich vom Sofa und fragte, was nun zu tun sei. Stille. „Erstmal verstecken würde ich sagen…“ meinte Rüdiger. „Und dann mal sehen… wenn sich alles beruhigt hat, dann… dann sollten wir uns ausdenken, wie wir wieder an die Zeitmaschine kommen, denk ich.“ Karl hingegen war etwas pessimistischer „Wie willst du denn da wieder reinkommen mit unseren Gesichtern?“ „Darum kümmern wir uns später.“ Nun war mein Kumpel an der Reihe. „Jetzt müssen wir erstmal weg von hier. Je länger wir hier bleiben, desto größer ist nicht nur die Gefahr, dass wir gefunden werden, sondern auch die, dass die Beiden hier mit hinein gezogen werden.“ Beide sagten nichts, doch irgendwie kam es mir so vor, als ob sie leicht rötlicher wurden. Die Mafiosi kamen wie aufs Stichwort in die Küche und sagten, sie wären bereit. Ohne zu zögern sprach Chris einen Dank an unsere Gastgeber aus und drehte sich um in Richtung Haustür.

7.6.09 16:13

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen