Kapitel 5: Verwandtschaft / La Familia

Kapitel 5: Verwandtschaft / La Familia

 

Also musste ein Plan B her oder besser gleich ein Auto. Wir zögerten und überlegten ob wir rein gehen sollten. Trotz Vertrauens in die Bauindustrie sah die windschiefe Hütte verdammt marode und einsturzgefährdet aus. Karl hatte sicher nicht das nahe früher gemeint denn dass die Immobilie in so kurzer Zeit dermaßen verrottet schien mir unmöglich.
"Vielleicht finden wir darin trotzdem was Nützliches" schlug ich vor. Zugegebener Maße spielte auch meine Neugier auf das Innere des verlassenen Hauses eine nicht unwichtige Rolle. Das öffnen der Tür gestaltete sich doch etwas schwerer als erwartet da eine dicke Staubschicht im Inneren bremste und wir uns zu dritt gegen die Tür stemmen mussten. "Wir leben noch! Das Dach scheint die Tür doch nicht als tragendes Element zu brauchen." staunte Rüdiger als wir endlich drin waren. Der Raum hätte sich sicherlich für ne Hallowenn Party geeignet und man hätte nicht mal Deko gebraucht. Als ich mit den Haaren in nem Spinnennetz hängen blieb fühlte ich mich schon fast wie zuhause, schob etwas Müll beiseite und ließ mich auf ein eingestaubtes Sofa fallen. Als eine atompilzförmige Staubwolke aufstieg, ertönte plötzlich ein lautes Husten hinter uns, gefolgt von Flüchen. "Verdammt, dass ist eine Falle" schrie Karl und drehte sich mit erhobener Waffe um die eigene Achse, unschlüssig auf was er zielen sollte. Unsere Umgebung flackerte einmal kurz auf und die gemütliche Bruchbude verschwand und stattdessen standen wir einer Gruppe von Männern gegenüber die es eilig hatten zwei Koffer zu verschließen. Als wäre das nicht schlimm genug spürte ich plötzlich kalten Stahl an meiner Kehle und eine Männerstimme die mir ins Ohr zischte "Keine Bewegung wenn du an deinem Leben hängst".
Aus einem der Koffer begann weißes Pulver zu rieseln und den besorgten Mienen nach handelte es sich nicht unbedingt um Weizenmehl.
"Eigentlich wollten wir gar nicht stören und waren grad dabei wieder zugehen" versicherte ich der Gestalt doch diese lachte nur. Das Glück schien echt nicht auf unserer Seite zu sein und wir schlidderten von einer bremslichen Situation in die nächste lebensgefährliche. Die Lage war ernst und diesmal viel nicht mal mir eine rettende Lösung ein, doch dann meldete Rüdiger sich schließlich zu Wort."Woher habt ihr die Technik? Hologramme erschaffen ist ja schon altbekannt, aber damit reale Personen und Gegenstände überschreiben... Ich dachte außer mir hätte das noch keiner hinbekommen..."


„Schön für dich.“ kam es von einen der Männer, die nun den Koffer wieder zugeklappt hatten und ihn gut abschirmten. Ein kurzes „Ohhh….“ kam von Rüdiger. „Hatte ich ganz vergessen.“ Er hob langsam die Hand, was die drei Männer etwas nervös aussehen ließ, doch nicht meinen Mann, der mir nun das Messer tiefer an den Hals drückte. „Lass die Hand dort wo sie ist oder das Mädchen hier spielt gleich Springbrunnen.“ „Ganz ruhig Kumpel.“ sagte Rüdiger und nebenbei gab es Karl ein Zeichen, dass dieser die Waffe, die auf den Kopf meines “Freundes“ gerichtet war, herunternehmen sollte, was er auch nach mehreren Sekunden endlich tat. Das Messer an meinen Hals entfernte sich immerhin wieder ein paar Millimeter von meinem Hals, doch als Rüdiger wieder anfing seine Hand weiter in Richtung Ohr zu bewegen kam das Messer wieder auf Tuchfühlung. Wieder kamen beschwichtigende Worte von Rüdiger, damit ich tatsächlich nicht gleich eine Fontäne meines Lebenselixiers Blut durch den Raum schicken würde. Eine interessante Idee, die ich mir jedoch bei dieser ernsten Angelegenheit nicht weiter spaßig vorkam. „Ich will nur einen Knopf an meinem Ohr drücken, damit ihr mich erkennt. Ich hab ein Hologramm als Gesicht.“ Doch auch diese Worte schienen die Typen nicht zu beschwichtigen. Die Drei auf der anderen Seite hatten nämlich langsam ihre Waffen gezogen, was Karl nicht gerade gefiel, weil er seine wieder zur Beschwichtigung eingesteckt hatte. Auch der Gesichtsausdruck von Rüdiger gefiel mir nicht wirklich, weil es nicht mehr so ganz erfreut war wie am Anfang, wo ihm etwas klar geworden war. Er versuchte es erneut. „Leute, ich bin’s Rackor. Ich hab bloß n Hologramm auf, weswegen ich so anders aussehe. Nun lasst mich endlich den Knopf hintern Ohr drücken und dann erkennt ihr mich.“ Das schien endlich etwas Wirkung zu zeigen, denn die Typen warfen sich gegenseitig Blicke zu, was sie mit dieser Information anstellen sollten. „DU willst Rackor sein?“ fragte der Mann, der immer noch den Koffer liebevoll umarmte und wie der Boss wirkte. „Jop, ich bin es! Junge! Erkennst du mich nicht an meiner Stimme?“ und Rüdiger wirkte leicht verärgert. So langsam wirkte der Boss unsicher, doch warum wusste ich nicht. Zu dem Typen links von ihm meinte er dann „Steve, geh zu ihm hin und schau hinter seinem Ohr nach und wenn da wirklich nen Knopf ist, drück ihn.“ Steve schien etwas überrascht und unbehaglich. Rüdiger wirkte nun nicht gerade klein und dürr, sondern im Gegenteil und dem Typen näher zu kommen schien Steve gar keine gute Idee, doch anscheint hatte er entweder Respekt oder Angst vor seinem Boss und so führte er den Befehl aus.
Langsam und bedacht ging er auf Rüdiger zu, der kurzerhand sagte „Es ist auf der rechten Seite von mir aus gesehen.“ Steve stellte sich hinter Rüdiger und stellte sich auf die Zehenspitzen um hinter sein Ohr gucken zu können und um den Knopf zu erspähen, den er mit einem nicht zufriedenen Gesichtsausdruck drückte. Rüdigers Hologramm-Gesicht verschwand und sein Normales kam wieder zum Vorschein. Er fing an zu grinsen ihn Richtung des Bosses der zugleich einen ehrfürchtigen Ausdruck auf dem Gesicht hatte.

 

„Kaum bin ich mal ne Weile untergetaucht, habt ihr nix besseres zu tun als meine Programme zu nutzen um eure krummen Dinge zu drehen. Jetzt wo ihr mich anscheinend endlich erkannt habt, wo bleibt das große Willkommen zurück und die Freudenschreie?“ aber enttäuscht musste er feststellen das der Jubel immer noch ausblieb aber zumindest war das Messer von meinem Hals verschwunden. Der dazugehörige Mann stand nun unsicher lächelnd neben mir und fragte „Und die hier“ er zeigte eher geringschätzig auf mich und Karl „gehören zu dir?“ Nach einem eindeutigen Nicken schüttelte die Hand welche mir noch kurze Zeit vorher ohne Zögern meine Kehle durchgeschnitten hätte, meine Hand. „Freunde von Rackor sind natürlich auch unsere Freunde“ sagte er dabei. Ich mochte ihn nicht aber zumindest schien keine Gefahr mehr von ihm auszugehen, denn auch Karl steckte seine Waffe wieder ein. Verwirrt waren alle Blicke auf Rüdiger gerichtet, der anscheinend eine nicht unwichtige Rolle für die kleine Versammlung spielte. Ich fragte mich, welche Überraschung Karl wohl noch bereithalten würde nach dem mein verstorbener Kumpel Kopf der Organisation Erdnuss war und Rüdiger anscheinend mit diesen Dealern zu tun hatte. „Wer von euch hat eigentlich weiter geproggt? Zum Zeitpunkt als ich gegangen bin, waren noch n paar kleine Unstimmigkeiten drin…“ unterbrach Rüdiger das gegenseitige Abschätzen und Schweigen.

Eine weitere Person kam zum Vorschein, die noch Sekunden vorher eine Art Tisch war. Selbst Rüdiger entfuhr es ein kleines "Wow" als die Person wieder normal war. Es war ein junges Mädchen ungefähr in meinem Alter, die einen Laptop im Arm hielt und verängstigt uns alle anschaute. Als sie Rüdiger sah fingen ihre Augen leicht an zu leuchten und ein leichtes Lächeln war zu erkennen. Sie rannte auf Rüdiger zu und umarmte ihn, der etwas verdutzt wirkte, aber dann ebenfalls einen glücklichen Gesichtsausdruck bekam. Beide umarmten sich innig, sie schien sich lange nicht gesehen zu haben. Ein Blick zu Karl verriet, dass er ebenfalls keine Ahnung hatte, wer diese Person war.

 

Obwohl er und mein verstorbener Kumpel zusammen studiert hatten schien Rüdiger älter zu sein, aber für eine Tochter in diesem Alter war er dann doch noch eindeutig zu jung. „Na willst du uns nicht deine kleine Freundin vorstellen?“ fragte Karl direkt worüber auch ich nachgedacht hatte. Das Mädchen lächelte verlegen sagte aber kein Wort während Rüdiger erst einen Augenblick verwirrt aus sah und dann in schallendes Gelächter ausbrach. „Ich bin nicht du, Karl. Vielleicht gibt es auch weibliche Wesen die sich freuen mich zu sehen, mit denen ich nicht im Bett war.“ Er zwinkerte in Karls Richtung und fügte hinzu „Vor allem freut man sich wenn ich wieder auftauche“ Von Karl kam ein Geräusch das sich wie „gnarf!“ anhörte anscheinend hatte Rüdiger ins Schwarze getroffen. Ich sah Karl bildlich vor mir, wie er Jack Sparrow-like in einem Lokal auftaucht und erstmal von der Hälfte der weiblichen Anwesenden zur Rede gestellt wird. Irgendwie passte der Kopf von Karl in meinen Gedanken zwar nicht auf Jacks Schultern aber die Situation war durchaus vorstellbar. Nun musste auch ich grinsen. Was die Identität der jungen Frau anging tappten wir jedoch immer noch im Dunkeln, doch bevor ich nachhaken konnte kam mir Rüdiger zuvor.
“Deinem Grinsen nach scheinst du dich über die Möglichkeit, das sie nicht meine Freundin ist ja ziemlich zu freuen“ Nun wurde ich mindestens so rot wie das Mädchen zuvor. „Ähm… Nein ich war nur in Gedanken… „ stotterte ich verlegen.
„Ach ja? Dann teil deine Gedanken doch mit uns war sicher was Wichtiges… oder etwa etwas Interessantes?“
„ Neee ähm es ging eher um Karl und ne Szene aus einem Film aus meiner Zeit… kennt ihr sicher nicht.“ Versuchte ich ihn abzuschütteln obwohl ich selber wusste wie dämlich das klang. Natürlich kannten sie Filme die noch vor einigen Jahren große Kinoerfolge erzielt hatten, aber mir fiel nichts Besseres ein. Mein Ausweichmanöver war genau so offensichtlich wie seins, wenn auch nicht so gut durchdacht. Uns in Verlegenheit bringen, damit wir zuerst das Thema wechseln mussten war eine gute Taktik um eine Antwort herum zu kommen, das musste man ihn lassen.
„Der Frage bist du geschickt ausgewichen, alle Achtung, aber nun erzähl doch mal wer die junge Lady da ist“ wollte ich wissen. „Aber nicht so geschickt wie du, erzähl du uns doch zu erst mal was für Filme in Verbindung mit unserem Karl so ein Lächeln herbeizaubern“ Irgendwie vermisste ich den alten Rüdiger der einfache Fragen stellte und mit einfachen Antworten zu frieden war ohne zu hinterfragen. Er hatte das Wortgefecht gewonnen und, was noch viel schlimmer war, er wusste es.
„Ich glaube ich lass euch noch eine Weile spekulieren und werd mal dasselbe tun. Ich bin mal gespannt was sich für Geschichten daraus entwickeln.“
Eigentlich war es ja auch egal wer sie ist, auch wenn meine verflixte Neugier was anderes behauptete. Ich konnte sie aber ja auch selber fragen wenn wir mal unter Mädels wären oder die komischen Kerle interviewen. Wobei… ein kurzer Blick auf die Ansammelung von Schränken rat mir, erst sie zu fragen. Doch diese schienen ebenfalls recht interessiert zu sein.
“Wir haben sie hier aufgenommen, beschützt und durchgefüttert weil sie nach dir gefragt hat“ begann der Messermann.“…und verdammt hartnäckig war, uns dauernd in die Quere kam und dabei fast verraten hätte“ fügte einer der Koffer träger hinzu. Eine Geste des Messermannes, bedeutete ihm zu schweigen. „ Natürlich auch weil sie eine Bekannte von dir zu sein schien und wir es dir als Todgeglaubten schuldig waren auf sie aufzupassen und nun wär es nur fair wenn wir eine Antwort bekommen würden wer sie ist.“ Beendete dieser den Satz. Rüdiger schien sehr erstaunt zu sein. „Sie hat nach mir GEFRAGT?!“
„Naja nicht direkt, sie hat uns immer nur ein Bild von dir unter die Nase gehalten. Irgendwie hat sie uns auch immer gefunden, leider auch in sehr unpassenden Situationen. Du kannst dir gar nicht vorstellen wie anstrengend das war. Wir, auf der Flucht vor Wächtern und plötzlich steht sie mitten auf dem Zebrastreifen mit einem Bild von dir. Das die natürlich nicht in die Finger bekommen sollten oder einmal bei einer Übergabe… *hust* Gab auf jeden Fall viele unpassende Situationen.“ „Eine Übergabe? Was genau übergebt ihr denn so? Ich mein, Daten könntet ihr sicherer verschicken, warum die Mühe der persönlichen Übergabe?“ Ein Räuspern und Husten ging durch den Raum. „Ich nehm mal an jemand hatte Geburtstag und um einen Kuchen zu backen musstet ihr euch etwas Mehl von einer Nachbarin leihen…?“ „Ähmmmm. Ja?!“ „Gut dann hoffe ich, ich bekomm auch ein Stück vom Kuchen ab. Nun bin ich ja wieder da und es wird sich hier einiges wieder ändern.“ Damit war das Thema beendet. „Was ist eigentlich mit unserem alten Hauptquartier passiert?“ wollte Rüdiger wissen.
„Das was bisher mit allen passiert ist“ entgegnete der Messermann ihm seufzend. „Explodiert? Abgefackelt? In Stücke gerissen? Auf Grund chemischer oder biologischer Stoffe unbewohnbar?“ „Ja“ kam es im Chor von allen Anwesenden. „JA?! Alles auf einmal?! Dieser Kerl macht mich noch mal Wahnsinnig und es scheint ein Wunder zu sein das er noch lebt. Es ist nur eine Frage der Zeit wenn er am Basteln ist, wann wieder irgendwas Unvorhergesehenes passiert er ´oooops´ ruft, sein Labor hoch geht und alles zerstört. Alles andere in seinem Umkreis liegt in Schutt und Asche aber jedes Mal kommt er etwas zerknittert aber unverletzt wieder aus diesem Haufen Schutt hervorgekrabbelt nur um eine neue Idee zu haben und das nächste Hauptquartier wieder zu zerstören!“ Genau in diesem Augenblick leuchtete eine kleine Lampe über der Tür zum Nebenraum und nach einem kurzen Flackern erschien eine Stahltür. „Ah, hier ist alles unterirdisch und diese Bruchbude versteckt den Eingang“ gab Karl staunend von sich.
Die Tür öffnete sich und ein zerstreut wirkender Mann mit Brille und leicht verrußten Gesicht kam freudestrahlend zum Vorschein.

Als er anfing mit ein paar CDs in der Luft rum zu fuchteln und rief

„Es ist vollbracht!“ wichen die Männer einen Schritt zurück. Karl und ich folgten diesem Beispiel instinktiv. Aus dem Augenwinkel sah ich, dass der Messermann unauffällig einen Tisch umgekippt hatte. Als der Neuankömmling ihn erblickte, steuerte er stolz auf ihn zu und der Messermann wurde zunehmend nervös. Irgendwie wirkte es sehr komisch wie dieser raue Kerl sich hinter den Tisch kauerte während der Andere von dem keine offensichtliche Gefahr ausging auf ihn zusteuerte. Warum hielt sich das Mädchen die Ohren zu und warum weichen alle zurück? Ich hatte den Gedanken noch gar nicht ganz zu Ende gedacht als der Mann mit denn CDs über den auf dem Boden liegenden Müll stolperte. Er verlor die CDs die ihn in einem unnatürlichen Halbkreis umrundeten, beschleunigten und mit ausgefahrenen Zacken wie Ninjawurfsterne auf den Messermann zuhielten. Dieser duckte sich und die CDs schlugen in den umgekippten Tisch ein.
„OOOOOOPS“ ertönte es vom Stürzenden und ein Rück ging durch die Anwesenden.
„Raus hier, pronto!!!“ schrie der Messermann und alle stürzten ins Freie. Von drinnen ertönte ein kurzes zischen und Rauch kam aus der Tür hervor. Dann hörte man einen ohrenbetäubenden Knall.
„Wir müssen ihn da raus holen vielleicht lebt er noch!“ schrie ich.
„Der ist Tod, so eine Explosion überlebt man nicht“ entgegnete Karl.
„Nein, so viel Glück haben wir nicht“ murmelte der Messermann als von drinnen ein Husten zu hören war.
Aus der Rauchwolke tauchte ein Kopf mit Brille auf und verkündete hustend:
„Als CDs getarnte, wärmesuchende Wurfsterne die explodieren! An der Zielgenauigkeit muss ich noch etwas arbeiten aber ansonsten schon ganz annehmbar.“
Der Umstand fast gestorben zu sein schien ihn nicht weiter aufzufallen. Als er Rüdiger sah strahlte er noch mehr.
„Rackor! Ich wußte dass du nicht Tod bist. Schön dich zu sehn. Ohne dich war es unerträglich der da *Fingerzeig auf dem Messermann* lässt mich kaum arbeiten und mein Labor ist im untersten Keller ganz hinten, dort hab ich nicht mal ne Heizung und ich durfte mir auch keinen Wärmereaktor basteln, kannst du dir das vorstellen??!“
„Ja! Ähm… ich mein natürlich, NEIN das ist ja unvorstellbar. Du solltest am besten einen ganzen eigenen Trakt bekommen damit du in Ruhe forschen kannst. Das lässt sich sicher machen, ich regel das.“
Der Mann nickte erfreut und verschwand wieder im Rauch.
„Unvorstellbar ist das richtige Wort.“ Wandte sich Rüdiger an den Messermann.
„Ja, aber das musst du verstehen er ist… nun ja, sicherlich eine große Hilfe aber…“
„…Absolut Durchgeknallt und eine tickende Zeitbombe auf die wir nur leider angewiesen sind. Unvorstellbar das du ihn in dem selben Gebäude auch nur irgendwas anfassen läßt in dem ihr wohnt… in dem WIR die nächsten Tage wohnen werden! Ich hab aus der letzten Geschichte gelernt und häng an meinem Leben und zwar in dieser Form, nicht als Brei, Würfel oder in Scheiben. Besorg ihm irgendwo in der Nähe, aber nicht zu Nah (!), ein Labor. Und das plötzlich, ich bin KO und würde mich gern ne Runde hinlegen aber solange der Verrückte da drin ist mach ich kein Auge zu ich könnte später nicht mehr die Gelegenheit bekommen sie zu öffnen. In der Zwischenzeit könnte jemand von euch uns schon mal die freien Zimmer, die ihr hoffentlich für uns habt zeigen.“
Unsere seltsame Ansammlung von Leuten vor der alten Hütte sah sicher seltsam aus aber ob es sicherer war die Räume wieder zu betreten war mir noch nicht ganz klar. Dennoch setzten wir uns in Bewegung und das riesige Loch im verkohlten Tisch besserte mein Gefühl auch nicht sonderlich, als ich es sah.
Der Fahrstuhl war wieder einer der modernen und ich konnte beim besten Willen nicht abschätzen wie tief unter der Erde wir waren, als sich seine Türen öffneten und sich ein langer kahler Gang vor uns auftat. Der Messermann war noch im Fahrstuhl geblieben und fuhr anscheinend noch tiefer, vermutlich um mit dem Oops-Kerl auf Wohnungs- bzw. Laborsuche zu gehen. Er sah nicht wirklich glücklich aus als er im Fahrstuhl blieb und Rüdiger ihm winkte und viel Spaß wünschte. „Du wünscht mir viel Spaß?! Ich sag lieber auf wieder sehen“ knurrte er, bevor sich die Tür mit einem *beeep* wieder schloss. Die junge Frau kannte sich anscheinend hier schon aus. Sie ging voraus, hatte Rüdiger bei der Hand genommen und zog ihn mit sich. „Hey nicht so schnell“ lachte er und sie schenkte ihm ein strahlendes Lächeln. Dann blieb sie vor einpaar Türen stehen und öffnete drei davon. Sie waren recht spärlich eingerichtet, mit einem Bett einem Schreibtisch mit PC und einem Waschbecken. Das Licht wirkte blau und kalt. „Gemütlich… erinnert an ne Jugendherberge auf Klassenfahrt“ beschrieb Karl mit leichter Ironie in der Stimme den Gesamteindruck. Mit einem Schulterzucken öffnete sie eine weitere Tür. Sofas und ein Kaffeeautomat kamen zum Vorschein, ein Gemeinschaftsraum erkannte ich erfreut. Sich zum Besprechen in einem der Schlafräume zu treffen wäre sicher ungemütlich und eng geworden. „Das ist echter Kaffee!“ stellte Karl fest. „Jop und nachher gibt’s noch lecker Kuchen dazu, darauf freu ich mich schon.“ Ergänzte Rüdiger. Alle sahen ihn verwirrt an. „Du weißt schon das da im Koffer vermutlich irgendwas…. Illegales war, oder?“ fragte ich vorsichtig „Ja, ich denk die schmuggeln echtes Mehl. In den reicheren Vierteln kann man damit jedemenge Kohle verdienen.“ Ein kurzer Blick zu Karl verriet das auch er nicht so recht an die Mehlgeschichte glauben wollte ihm die Vorstellung von einem Stück Kuchen aber nicht missfiel. „Vermutlich rennt nun irgendein armer Kerl auf der Suche nach richtigen Kuchen quer durch die ganze Stadt. Aber solange ich n Stück davon ab bekomm soll´s mir recht sein.“ Meinte er zu Rüdiger und schlürfte genüsslich Kaffee. Das Mädchen hatte es sich bereits im Schneidersitz auf dem alten Sofa bequem gemacht und war, mit dem Laptop auf den Knien, fleißig am tippen.
„Du hast mein Programm weiter ausgearbeitet, oder?“ fragte Rüdiger und sie nickte, strich sich eine Strähne aus dem Gesicht und schaute ihn grinsend an.
„Ok, vielleicht hab ich dich doch unterschätzt und du bist ganz gut.“ Sie hielt ihren Kopf leicht schräg, schaute ihn erwartungsvoll und noch breiter grinsend an. „Du willst das Ich es sage? ….muss ich wirklich?“ Ihrem nicken folgte eine kurze Pause bevor Rüdiger anfing. „Du hast das Problem gelöst an dem ich hing und ähm… ich hatte unrecht als ich behauptet hab du würdest das nie hinbekommen und…. Ähm du bist besser als ähmm… ähmmm… ich dachte“ Er wurde von einer Papierkugel getroffen. „Okay, Okay, du bist besser als….die meisten Männer„ Diesmal traf ein Stück Zucker. Rüdiger sah sich unsicher um, schloß die Tür und murmelte bevor sie etwas Massiveres finden konnte „Ok, ich muss zugeben du hast es besser als ich gelöst. Nun untergrab bloß nicht meine Autorität bei denen. Außerdem hattest du viel mehr Zeit als ich. Und ich sag bestimmt nicht….“
„… das Sie besser ist als du?“ Karl lachte laut los. „Darum geht’s, du hast deine Klappe aufgerissen dass sie es eh nicht schafft wenn du es nicht hinbekommst und nun hat sie es doch gelöst. Nur dein Ego kann’s nicht zugeben. KERLE!“ „Sie hatte viel bessere Bedingungen als ich, dass ist gar nicht vergleichbar!“ antwortete er mir kleinlaut. Ein weiteres Zuckerstück flog durchs Zimmer, anscheinend entsprach das nicht ganz der Wahrheit. „… Du warst besser als ich, ausnahmsweise… Nun hakt nicht auf mir rum, sonst können wir gern zu den Gesprächsthemen von erst zurückkommen.“ Karl überlegte kurz dann fragte er „An Was für Filme hast du denn im Zusammenhang mit mir gedacht? Kenn ich den?“ „…vermutlich. War aber Situationsbezogen und im Nachhinein nicht mal besonders lustig.“ gab ich unsicher zu. „Ich widerspreche mal. Vermutlich kennst du ihn nicht, ich tipp mal darauf das es ein Film MIT Handlung ist.“ Entgegnete Rüdiger kurz. Karl sah leicht enttäuscht aus als er „Achso“ murmelte. „Und was ist mit deinen Frauengeschichten?“ wollte ich wissen. Karl fing an zu stottern und lenkte das Thema auf Rüdiger. „Wer ist sie denn nun?“ Das Mädchen rollte genervt mit dem Augen sah uns kurz an und tippte. Dann drehte sie den Laptop und wir erblickten youtube und ein Jack Sparrow Fan Video. „*klatsch* “Ich nehme an die hast du auch nicht verdient?” „Nein! Die hab ich verdient!““ sie stoppte das Video an schaute mich erwartungsvoll an. Verdammt, genau die Szene hatte ich im Kopf… wie hat sie das nur gemacht? „Möglicherweise liegst du richtig…“ Ihr Blick wurde etwas schärfer…. „Ja du hast Recht, genau die Szene meinte ich“ Ihr Gesichtsausdruck sagte, na geht doch. „Du hast n völlig falsches Bild von mir!“ beschwerte sich Karl. Doch statt die Situation aufzuklären schwieg er. Kurzerhand wurde der Laptop wieder gedreht, getippt und kurze Zeit später erschien eine Website. „Original Tuppaware? Heißt das nicht… Du hast mit gefälschter Tupperware Hausfrauen über den Tisch gezogen?!“ lachte ich. „*knirsch* Ja ich hatte auch ein Leben bevor ich die wunderbare Welt von Schusswaffen und Sprengstoff entdeckt habe.“ „Aber wer bist du denn jetzt eigentlich und woher weißt du das?“ fragte ich sie.


Sie antwortete nicht, sondern Rüdiger war wohl die Fragerei satt und beantwortete uns meine Frage.
"Also. Es ist ne längere Geschichte. Sie ist meine Schwester." Das erklärte immerhin etwas. "Wie ihr bemerkt habt, ist sie genau so talentiert wie ich am Rech-" Ein weiteres Zuckerstück traf ihn.
"Gut! Sie ist halt besser als ich. Kommt auch nicht ungefähr, wo sie doch nen IQ hat, der vielleicht etwas zu hoch für ihr Ego ist." Die Zuckerstücke waren ausgegangen und ein Kulli traf ihn am Arm.
"Auf jeden Fall haben wir uns lange nicht mehr gesehen. Hatte mich auch von meiner Familie abgekapselt und nicht sie von mir, wie ich es letztens meinte. Aber ich wollte sie halt schützen, deswegen habe ich es auch so ausgelegt. Jedenfalls starb dann kurz danach unsere Mutter, doch ich entschied mich dagegen sie aufzunehmen. Unser Vater starb schon sehr früh, aber er brachte mir die Anfänge des Programmierens bei und ich ihr bis ich fort ging. Aber anscheint hat sie sich auf die Suche nach mir gemacht und ehrlich gesagt kann ich es ihr nicht verübeln, wir sind halt ganz alleine in unserer Familie.“ Und sie lächelten sich gegenseitig an und er fing an ihr Haar zu zerstrubbeln. „Außerdem konnte sie sich schon damals sehr schnell in die Gedankenwelt von anderen Personen hineinversetzen und sie hat sicherlich alles dafür getan um herauszufinden, mit wem ich zusammen bin und wer diese Leute sind. So hat sie wohl auch meine alten Kollegen gefunden und beschlossen ihnen zu folgen.“ Leichte Bewunderung kam in mir hoch für das Mädchen, das beschlossen hatte Gangster zu Verfolgen um ihren Bruder zu finden, doch innerlich wusste ich, dass ich dies auch für meinen Bruder machen würde. Was macht eigentlich er und meine restliche Familie derzeitig? Wie hatten sie reagiert als ich so wurde, wie ich in der Zukunft wurde? Ein immer stärkerer Drang kam in mir hoch mindestens meinen Bruder zu treffen und zu sehen, was aus ihm geworden ist. Doch konnte ich das wirklich machen? Was würde er denn sagen, wenn auf einmal seine Schwester aus der Vergangenheit vor ihm stände, wo doch nach seinem Wissenstand sie sicherlich tot sein müsste. Mir wurde es schwer ums Herz als ich mir vorstellte, wie sie mein Zukunfts-Ich begraben hatten, aber mit einem leeren Sarg. Würden sie es wirklich verkraften, wenn ich auf einmal auftauchen würde nur um ihnen zu sagen, dass ich nicht wieder kommen würde? Ich glaube nicht. Diese Idee sollte ich so schnell wie möglich wieder vergessen. Langsam wieder in der „Realität“ angekommen sah ich wie Karl seine Hand vor meinem Gesicht wedelte. Als ich wieder reagierte, fragte er mich direkt. „Bist du mit offenen Augen eingeschlafen? Du hattest son abwesenden, entfernten Blick drauf.“ „Nein, nein. Ich hatte gerade nur was gedacht.“ Ich blickte zu Rüdiger und seine Schwester, welche wieder oder immer noch am tippen war. Sie drehte den Laptop wieder um und ich konnte ein Bild mit Personen erkennen, welche mir bekannt vorkamen.


„Blond?! Verdammt sieht das scheiße aus!“ Ich starrte mich auf dem Bildschirm an. Kurze, blonde Haare, etwas zu viel Solarium und braune Kontaktlinsen… die Tarnung war nicht schlecht. Sie zoomte etwas heraus und man erkannte eine Fußgängerzone, voller Menschen. Ich saß mit einem jungen Mann vor einer Eisdiele und machte mich mit Heißhunger über einen Eisbecher her. Klar, mein Ich aus dieser Zeit wußte nichts von meiner Anwesenheit, war dem Tod nur knapp entronnen und ich hätte genauso gehandelt… Ich HABE genauso gehandelt nur in der Zukunft, ging es mir durch den Kopf. Meine Familie glaubte ich wäre Tod und ich wollte nicht dass sie trauern obwohl es mir doch den Umständen entsprechend ganz gut ging. Natürlich würde ich sie nicht deswegen in Gefahr bringen wollen, aber mit ausreichender Tarnung in der Anonymität der Großstadt war das Risiko abschätzbar. Ich hätte auch gern meinen Bruder wieder gesehen, nicht nur auf einem Foto und der Eisbecher sah auch lecker aus. Ich beneidete mein zukünftiges Ich, obwohl ich wußte dass das schwachsinnig war, schließlich war ich das ja selber, nur das es alles noch geschehen würde. Doch, würde es das überhaupt mit meinem jetzigen Wissensstand? Wenn ich wüsste, was ich tun oder nicht tun müsste, dann würde ich erst gar nicht gefangen genommen werden. Andererseits passierte diese Szene ja gegenwärtig, also müsste ich denselben Fehler gemacht oder aber keine andere Wahl gehabt haben. Es bestand ja durchaus die Möglichkeit dass mein Wissen meinen Tod verhindert und nur zu einer Gefangennahme, aus der ich anscheinend entkommen war, geführt hatte.
„Was war eigentlich meine offizielle Todesursache?“ fragte ich.
„ Das übliche, du wurdest vermisst, ein Gewaltverbrechen wurde nicht ausgeschlossen und nach einer gewissen Zeit wurde die Suche eingestellt. Zum Schluss hat man auch nicht mehr geglaubt dich lebend zu finden und hat die umliegenden Gewässer nach deiner Leiche durchsucht.“ Antwortete Karl. Diese Informationen halfen mir auch nicht weiter.
Die Tür öffnete sich und der Mann den der Kofferträger ´Steve´ genannt hatte steckte seinen Kopf in den Raum. „Ähmmm… angenommen jemand hätte Geburtstag, wir würden uns Mehl und andere Zutaten besorgen und einen Kuchen backen… Was wär das denn für einer?“ „Schokokuchen!“ „Käsekuchen!“ „Schwarzwälderkirschtorte“ riefen wir währen Rüdigers Schwester < Zitronenrolle> tippte und den Laptop freundlich lächelnd umdrehte. Steve wurde merklich nervöser und hinter ihm zischte eine Stimme „Unmöglich! Verdammt, wenn wir irgendwo einen auftreiben können sind wir gut aber so viel ist einfach nicht machbar.“
„Wer hat denn Geburtstag?“ wollte Rüdiger wissen. Entweder er hatte das perfekte Pokerface und ließ sich nichts anmerken oder er glaubte die Kuchengeschichte wirklich. Steve schien fieberhaft zu überlegen und meinte nach einer kleinen Pause
„Ooops ... ich meine der Prof. hat in zwei Tagen, aber keiner traut sich so wirklich ihn zu fragen was er am liebsten hätte. Er könnte antworten… Außerdem wollten wir ihn auch mal überraschen“
„Er mag sicherlich Käsekuchen“ erwiderte Karl.
„Schokokuchen sicher auch“ ergänzte ich „Oder Schwarzwälderkirschtorte“ riefen Rüdigers und auf dem Laptop flackerte < ZITRONENROLLE!!!> in verschiedenen Farben was bei ihr anscheinen visuell lauter Rufen ausdrückte.
„Ich glaub ich frag ihn doch mal unverbindlich selber, in der Hoffnung das er kein explosives Spezialrezept für uns hat“ murmelte Steve dem der Schweiß auf der Stirn stand kurz bevor er verschwand.
„Ob wir den wohl jemals wieder sehen…“ bemerkte Karl sarkastisch. Irgendwie tat er mir Leid.
„Wieso hast du hier eigentlich einen so hohen Rang erlangt? Die Kerle scheinen ja zweifellos zum Organisierten verbrechen zu gehören. Nehm das jetzt nicht persönlich, aber ich hab nur meinen Kumpel und deine Schwester als Beispiele anderer PC-Freaks in dieser Zeit und beide scheinen … nun ja nicht unbedingt weniger zu wissen als du.“ Außerdem konnte ich ihn, seit der Kartonsauspacken unverhofft Unterbekleidungsstücken zu Tage befördert hatte, nicht mehr wirklich ernst nehmen. Das sprach ich aber lieber nicht aus. Aus den Augenwinkel sah ich seine Schwester kichern und wurde das unangenehme Gefühl nicht los das da mehr war als bloßes Einfühlungsvermögen.
“Das ist eine laaaaange Geschichte“ kam Rüdiger auf meine Frage zurück. „Zuerst mal bin ich ein begnadeter Progger, du hast eben nur die absolute Elite kennen gelernt und daher fällt der Vergleich etwas verschwommen aus, nur um das mal klar zu stellen.“ <Abgeber> war aus der anderen des Raumes gut lesbar zu vernehmen. Rüdiger ließ sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen und erzählte weiter
„Also… es war einmal ein begnadeter Progger der auf der Flucht vor Wächtern und anderen Schergen der Machthaber war.
Und dieser begegnete einen alten Mann der ebenfalls ein paar kleine Probleme mit dem eben erwähnten Gesocks hatte, die aber gemeinsam überwunden werden konnten. Es stellte sich heraus dass der Alte etwas mächtiger als gedacht war.
Der Mann war nicht nur etwas mächtiger als gedacht sondern auch wesentlich Älter und beabsichtigte sich zur Ruhe zu setzen und auf Grund fehlender Nachfolger plötzlich den jungen Progger im Visier hatte.
So einiges in der Hierarchie einer etwas größeren Vereinigung kam auf diese Weise durcheinander, was dem Progger nicht nur Freunde aber im Großen und ganzen doch ein paar Annehmlichkeiten bescherte“
„Mit anderen Worten hast du ohne es zu wissen einem Mafia-Boss das Leben gerettet und bist so zum unfreiwilligen Nachfolger geworden?“ fragte ich leicht verwundert.
„Joa… So könnte man es auch sagen, aber ich find meine Geschichte schöner“ Anscheinend war er nicht wegen bestimmter Fähigkeiten wichtig gewesen, sondern eher wegen Vitamin B und der einen oder anderen Geschäftsbeziehung. Aber es passte einfach nicht ins Bild mir Rüdiger als Pate vorzustellen, dafür war er… keine Ahnung… es passte einfach nicht. Die Organisation lief weiter wie bisher und er an der Spitze hielt die Drogengeschäfte für Handel mit Mehl. Die älteren und einflussreicheren Mitglieder müssen vor Wut geschäumt haben als plötzlich dieser junge, leichtgläubige Kerl auftauchte und alles nach seiner Nase laufen sollte. Der Messermann und der Kofferträger waren definitiv nicht sehr erfreut gewesen und seinen Anweisungen hatten sie auch eher zähneknirschend befolgt. Sicherlich hatten sie einiges versucht und als sie ihn endlich los zu sein schienen tauchte seine Schwester auf. Plötzlich war der Gedanke, gleich leckeren und extra für uns besorgten Kuchen zu bekommen doch nicht mehr ganz so verlockend.
„Vielleicht sollten wir Steve auch auf ein Stück Kuchen anbieten, wenn er schon mal so lieb ist und welchen für uns und den Ooops Kerl besorgt“ schlug ich vor.
„Der Ooops-Kerl zieht es vor Professor oder einfach Prof genannt zu werden. Ansonsten find ich das richtig, ich frag mich nur ob die den heute schon backen wollen bis zu seinem Geburtstag ist der sicher total trocken…“ meinte Rüdiger nachdenklich. Wie es aussah hatten wir den alten Rüdiger zurück, der die einfachen Antworten akzeptierte.
„Nun, zurück zum Ursprungsplan…“ brachte Karl uns die gegenwärtigen Proble wieder etwas näher. Ein Gefährt zu bekommen war mit Rüdiger als Vitamin B hier sicher nicht schwer, dann blieb aber immer noch das Problem mit der Zeitmaschine deren Technologie sich zurzeit nicht in unseren Händen befand.
„Das wir genau die Wohnung genommen haben in der er starb hatte einen besonderen Grund, nicht wahr?“ fragte ich. Und wieder spürte ich einen Stich als ich an ihn dachte wie er fiel und ich ihn nicht retten konnte.
„Die 1a Aussicht in die Gebäude der Machthaber war ein unschlagbares Argument. Man hätte Informationen über die Gewohnheiten des Wachpersonals und die ein oder anderen Abläufe sicher gut gebrauchen können. Dein Kumpel und Rüdiger wollten sich virtuell den Zugang ins Gebäude verschaffen und die Sicherheitssysteme kalt stellen. Ich wäre dann für den freien Weg im RL zuständig gewesen.“ erklärte Karl. Mein Kumpel fehlte nicht nur emotional sondern war auch für die organisatorische Seite des Vorhabens von unersetzbarer Wichtigkeit gewesen. Damals hatte ich mich kaum für den Plan eingesetzt da ich nicht zurück wollte, doch nun stellte die Maschine auch eine Möglichkeit da, meinen Kumpel zu retten. Ich wandte mich hoffnungsvoll an Rüdigers Schwester.
„Du bist besser als er, so wie ich das mit bekommen hab aber wie gut bist du wirklich? Würdest du dir zu trauen dich da rein zu hacken?“ Sie fing wieder an zu tippen und sammelte anscheinend Informationen, dann überlegte sie einen Augenblick.
<Ja> erschien auf den Bildschirm und ich war sichtlich erleichtert.
„Sag mal Rüdiger, dein Prof hat doch sicherlich auch n paar nette Spielsachen entwickelt die Karl interessieren würden, oder?“ Ein seeliges Lächeln breitete sich auf Karls Gesicht aus. „Woran denkst du grade?“ „CD´s…“ antwortete er mir leicht abwesend. Durch die Glasfront der Tür sahen wir Steve leicht verrußt vorbeieilen.
„Hey, Steve kannst du uns zu den Lagerräumen vom Prof führen?“ Statt zu Antworten beeilte er sich und verschwand um die Ecke. Zu unserem Glück hatte Rüdiger aber schon den Messermann erspäht. Zähneknirschend aber ohne Kommentar geleitete er uns in einen großen Lagerraum mit vielen kuriosen Gegenständen.
„Ne Kaffeemaschine?!“ fragte ich erstaunt und hatte schon die Hand ausgestreckt als Rüdiger STOPP schrie.
„Das WAR mal eine Kaffeemaschine bevor der Prof sie repariert hat. Jetzt ist es ein Kampfroboter der durch den Vorgang des Kaffeebohnenmahlens seine Energie gewinnt und durch uns nicht nachvollziehbare Vorgänge aus Kaffee Säure herstellt, die er in der Gegend auf alles was sich bewegt abschießt. Hat letzten Herbst unser Hauptquartier 7 in Schutt und Asche gelegt. Dabei war sie noch nicht mal kaputt, es hätte nur Wasser nachgefüllt werden müssen *seufz*“

„Weiter geht’s.“ trieb uns der Messermann voran durch die vielen Regale. Kurze Zeit später waren wir in eine Art Labor angekommen, wo man hinter einer Glasscheibe den Prof am Werkeln sehen konnte an einer Bowlingkugel. Rüdiger klopfte vorsichtig an die Scheibe damit der Professor sich nicht erschrickt, doch trotz der Vorsicht sprang der wie wild hoch und stupste dabei die Bowlingkugeln von seinem Podest um. BOOM!!! Der Raum explodierte, doch das Glas und das Mauerwerk hielten auf unglaublich stand, die Scheibe war zwar hin, aber kein Loch war zu erkennen. Auf der anderen Seite war nix außer Rauch zu sehen, einen Blick zum Messermann zeigte ein Grinsen, das jedoch in dem Moment verschwand, als eine Hand gegen die Glasscheibe klopfte. Leicht vernahm man ein „Ich bin noch da.“ Rüdiger und Karl rannten um die Ecke und holten den Prof aus dem Raum heraus. Voller Staub und fast komplett schwarz schleiften sie ihn zu uns, doch richtige Verletzungen schien er auf wundersamer Weise nicht davon getragen zu haben. Ein sehr komischer Typ.
„Ooops.“ Alle zusammen schüttelten wir den Kopf. Karl, der ja eh nun leicht den Anführer manchmal herausließ ließ den Prof gar nicht weiter zu Wort kommen, sondern fragte direkt nach den Boom-CDs. „Ich hab davon einen ganzen Karton voll, liegen da hinten in der Ecke.“ Ein knappes Danke entfuhr es Karl ehe er sich auf den Karton stürzte und ihn langsam und vorsichtig hochnahm. Ohne sich umzudrehen ging er schon in Richtung Lagerhalle und rief uns nur ein „Kommt schon! Wir haben noch viel zu tun.“ zu. Anscheint war es all zu erpicht darauf, die CDs endlich unter Realbedingungen zu testen. Doch irgendwie war mir das innerlich sogar ganz recht, wenn wir so wenig Zeit wie möglich verplempern würden, denn so könnten wir umso schneller meinen Kumpel retten und endlich dieses ganze Zeit-Chaos wieder hinbiegen. Doch mir grauste es schon davor wie viel Zeit wir benötigen würden um das Regierungsgebäude zu observieren, damit wir auch einbrechen können. Ursprünglich sollte das ja alles innerhalb weniger Tage von statten gehen, doch durch die ganzen Veränderungen, wie sollten wir das schaffen?
Zusammen folgten wir Karl, der schon durch die Lagerhalle war in Richtung „Gemeinschaftsräume“, nur der Prof blieb zurück, der sich wohl wieder direkt an die Arbeit machte. Doch anstatt Karl schon am Vorbereiten vorzufinden, hatte er sich hingelegt in eins der drei Betten, die uns das Mädchen schon vorher gezeigt hatte. „Wir sollten uns ausruhen.“ meinte er nur durch die offene Tür. Nach ein paar Stunden Schlaf machen wir uns dann direkt an die Arbeit würde ich sagen, umso schneller wir machen, desto besser würde ich sagen. Rüdiger und ich versuchten erst gar nicht zu argumentieren und legten uns ebenfalls hin. Rüdigers Schwester wünschte uns noch eine <Gute Nacht> und verschwand in einer der Korridore, allerdings nicht ohne Rüdiger noch einen Kuss auf die Wange zu geben. Wir beide legten uns dann ebenfalls in jeweils eins der Betten in den kleinen gemütlichen Räumen und schlossen allesamt die Türen. Karl hatte Recht, wir alle brauchten ein bisschen Schlaf für die nächsten Tage und außerdem war langsam aber stetig eine gewisse Müdigkeit in meinen Körper gekrochen, die jetzt die Oberhand übernahm. Ohne mich noch auszuziehen oder sonst etwas zu machen viel ich gerade zu aufs Bett und pennte direkt ein.
 
Plötzlich stand mein Kumpel vor mir, doch in dem Moment wo ich ihm in die Arme fallen wollte veränderte der Boden sich. Er streckte die Hand aus doch kurz bevor ich ihn erreichte began er zu fallen. Ich schreckte hoch, alles nur ein Traum. Nein, es war nicht nur ein Traum, er war Tod. Ich ließ mich zurück ins Bett fallen und weinte in mein Kissen.
Ich weiß nicht wie lang ich weinend im Dunkeln gelegen hatte.
"Ich versteh ja dass du sie erst schlafen lassen wolltest, schließlich muss sie megaerschöpft gewesen sein, aber das is ne Ewigkeit her. Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass sie wirklich noch schläft."
Meine wurde Tür leise geöffnet und Rüdiger steckte seinen Kopf hinein. Ich wollte nicht, dass die beiden mich so sahen, wusste nicht was ich sagen sollte und wollt einfach mit meinem Schmerz allein sein. Also hielt ich die Luft an um das Schluchzen zu unterdrücken und stellte mich schlafend. Noch viel leiser schloss sich die Tür wieder und vom Flur her drangen geflüsterte Wortfetzen ins Zimmer.
"Du hast Recht, die pennt ja wie ein Stein ist gleich wieder Abend. Aber... Ich weck sie nicht!"
Die Stimmen entfernten sich und ich war wieder alleine.
Dachte ich zumindest, bis sich eine Hand auf meine Schulter legte. Als ich aufsah sah, saß Rüdigers Schwester auf der Bettkante und betrachtete mich besorgt. Ich drückte mich an sie und weinte. Sie stellte keine Fragen wollte keine Erklärung sondern war einfach nur da. Alles was ich noch wahrnahm war ihre Wärme, ihr Herzschlag, ihr gleichmäßiges Atmen und es war als ging es auf mich über. Als ich mich beruhigt hatte strich Sie mir eine Haarsträhne aus meinem verheulten Gesicht und flüsterte
„Die anderen warten schon, ich bin mir sicher du siehst ihn bald wieder." Dann löste sie die Umarmung stand auf und ging zur Tür.
„Woher weißt du... Halt Moment, du kannst sprechen!?!" rief ich ihr hinterher. Doch sie lächelte nur und verschwand aus dem Zimmer. Ich stand auf und wollte ihr hinterher laufen doch sie war im Flur nicht mehr zusehen. Als ich den Gemeinschaftsraum betrat fand ich alle kuchenessend vor. "Guten Morgen Dornröschen, wir haben schon gedacht du wachst garnich mehr auf" begrüßte Karl mich. "Haben uns schon sorgen gemacht und wollten Emma als Weckservice losschicken aber nu bist ja doch wach" Emma, ich sah zu Rüdigers Schwester, so hieß sie also. Aber warum wollten... Sie war doch bei mir? Sie strahlte zurück und deutete Kurz auf den Tisch. < Gibt Zitronenrolle, Schokokuchen und diverse andere Spezialitäten, die wollten dir schon alles wegfuttern^^>

 

Verwirrt setzte ich mich zu den Anderen an den Tisch und aß erstmal ein Stück vom Schokokuchen links neben mir. Genau so wie in der Vergangenheit schmeckte er ausgezeichnet, doch plötzlich erinnerte ich mich, dass alles vergiftet sein könnte. Langsam schluckte ich den letzten Bissen herunter und fragte Rüdiger mit einem komischen Gefühl in der Magengegend „Habt ihr die Sachen…“ Ich deutete auf die Kuchen vor mir auf dem Tisch. „Habt ihr die auch überprüft?“ Rüdigers Mund klappte auf und er schaute verängstigt auf sein Stück Kuchen in der Hand. Mein ungutes Gefühl explodierte geradezu bei seinem Anblick und ich konnte fast spüren wie das vermeintliche Gift von meinen Magen aus durch den Körper strömte.  In diesem Moment fing Emma an unheimlich zu kichern, dass die Hälfte ihres Kuchenstücks aufn Boden landete. Und Als Karl und letztendlich auch Rüdiger anfingen zu prusten, wurde mir eiskalt klar, dass er mich verarscht hatte. DER PENNER!!! Karl presste durch das Lachen ein „Dein Anblick… köstlich“ durch die Lippen, während mir wieder Farbe ins Gesicht schoss und ich mit einer schnellen Bewegung Rüdiger mein Kuchenstück ins Gesicht warf. Damit hatte er überhaupt nicht gerechnet und flog dabei geradewegs vom Stuhl runter mit dem Rücken auf den Boden, bei seinem Anblick platzte auch bei mir innerlich ein Lachgasballon und ich fing an zu kichern wie lange nicht mehr, so wie es mir vorkam. Es war regelrecht erlösend und alle Sorgen waren immerhin für einen kurzen Augenblick wie weggeblasen. Allein durch den Gedanken daran, das ganze Abenteuer bis jetzt einfach irgendwie überlebt zu haben, durchströmte ein wunderbares Glücksgefühl meinen Körper und keimte in mir neue Hoffnung für die Zukunft und den wundervollen Gedanken an meinen wartenden Kumpel in der Vergangenheit.  Der Alptraum von vorhin verblasste und wurde in einer der hintersten Ecken meines Gedächtnisses hinter 20 Stahltüren verschlossen, vergraben und vergessen.

 

Nach einer kleinen Ewigkeit des Friedens startete eine wahre Essenschlacht zwischen uns Vier, wobei Emma sich zu mir gesellte und wir uns mit Kuchen bepackt hinter ein Sofa Deckung suchten. Karl und Rüdiger waren mit dem Tisch der anderen Kuchen wesentlich besser bewaffnet, doch wir Mädels ließen uns nicht unterkriegen und so kam es nach einer halben Stunde zu einem fairen Unentschieden, nachdem alle Munition entweder an der Wand, auf dem Boden oder im Gesicht hing. Das Männerteam war komplett von oben bis unten eingesaut, wogegen wir mehr Kuchen im Gesicht abbekommen haben. Danach hieß es erstmal für alle duschen und Klamottenwechsel.

 

Von der warmen und erfrischenden Dusche gestärkt, sammelten wir uns wieder auf dem vorherigen Schlachtfeld, doch dies sah wieder so aus wie vorher. Emma hatte kurzerhand mit dem Laptop aufgeräumt, beeindruckend wie Karl und ich feststellten. Rüdiger sagte dagegen lieber nichts und schmollte leicht vor sich hin auf dem Sofa, was vorher uns Mädels als Deckung diente. Emma und ich führten ein paar Mädelgespräche in einer Ecke, während Karl mit seinen neuen CDs spielte und Rüdiger seinen PDA quälte. Nach kurzer Zeit kam dann allerdings der Startschuss von Rüdiger, es sollte endlich losgehen und er erklärte uns, was wir zu tun haben. „Also wir werden gleich alle zum Regierungsgebäude fahren und das mal unter die Lupe nehmen, dass Einzige was wir wissen ist, dass unter dem Gebäude sich irgendwo die Maschine befinden muss, in einen der unterirdischen Labors. Aber selbst das muss nicht stimmen, die Informationen sind alle recht vage und könnten auch gezielte Verwirrungstaktiken sein. Deswegen werden Karl und ich uns von den Dächern der umstehenden Gebäude uns ein Bild von den Leuten machen, die man so sehen kann. Es ist alles möglich, also haltet alle die Augen offen! Emma, du hackst dich in deren System ein und du…“ Ein Blick zu mir. „Ähmmm… für dich überlegen wir uns noch was…“ Ein verschmitztes Lächeln huschte über seinem Gesicht. „Dein Gesicht bzw. das der jetzigen Zeit ist denen sicherlich bekannt und damit…“ Wieder das Lächeln. „Ähmm… bleibt wohl dir nur noch die Aufgabe des…“ Ein kleines Räuspern. „Also… du hütest das Auto.“ „DAS AUTO HÜTEN???“ entfuhr es mir etwas lauter. Rüdiger wurde etwas nervöser nach diesem kurzen Wutausbruch, doch er bestätigte noch mal in einem ruhigen Ton meine Aufgabe „Ja, das Auto hüten.“ Ich sendete Rüdiger einen Todesblick, der auch Wirkung zeigte, denn  seine kurze Ruhe wurde weggeblasen. Karl schien sich ein Grinsen nicht verkneifen zu können, doch noch einem kurzen Blick meinerseits war das Grinsen auch verschwunden. „Also…“ Ich versuchte die Worte möglichst klar und deutlich auszusprechen um meine Position zu verdeutlichen. „Ihr wollt tatsächlich, dass ich das Auto hüte?“ Keine Antwort. Doch bevor ich mich auf Rüdiger oder Karl werfen und sie würgen könnte, machte sich Emma bemerkbar und zeigte auf ihren Laptop, auf dem <Mit dem neuen Programm sollte man sogar die Sicherheitssysteme der Behörden austricksen können> erschien. Ein freundliches Lächeln kam von ihr zu mir herüber. Immerhin verstand sie, wie ich mich fühlte und das ich nicht einfach so herumsitzen kann, wenn es losgeht. Karl und Rüdiger fingen ebenfalls an zu Lächeln, doch es wirkte etwas zu künstlich. Emma tippte erneut und erst erschien der Text <Am Besten sollte sie das Gebäude von Innen auskundschaften.> und dann <Sie als zierliche, kleine Person fällt auch nicht so auf, wie ihr beiden Halbschränke :P>.

 

Der Plan stand also, nun sollte auch die Ausführung so schnellst wie möglich folgen, damit wir keine Zeit mehr verplempern. Also ging es mit den Vorbereitungen los und wir zogen uns alle andere Klamotten an, denn in dieser Zukunft wird auch die Kleidung zu den Gesichtern gespeichert. Karl und Rüdiger wirkten nach einer kurzen Umziehphase mit ihren langen, schwarzen Mänteln, den Sonnenbrillen und den Stiefeln wie Neo aus Matrix. Es war schon fast zu dick aufgetragen, immerhin sollten wir ja nicht auffallen, aber in dieser Zeit waren diese Klamotten Mode und somit würden sie perfekt untertauchen. Emma brauchte sich nicht umziehen, da ihre Klamotten irrelevant waren, da sie direkt vom Auto aus das Behördensystem infiltrieren konnte. Mein Outfit spiegelte sehr gut das Image der grauen Maus rüber und mit dem von Emma modellierten und programmierten Gesicht, was ich sozusagen anzog, war die Tarnung dann auch  perfekt. Jedenfalls erschien mir die Tarnung perfekt, denn als ich in den Spiegel sah, stand dort eine Person, die zwar das machte, was ich machte, aber so wenig nach mir aussah, wie Cher und Janet Jackson. Hoffentlich hatte Emma Recht und das System würde mein tatsächliches Ich nicht erkennen, weil sonst hätte ich ein schwerwiegendes Problem, alleine gegen das Sicherheitspersonal und den ganzen anderen Leuten eines ganzen Regierungsgebäudes. Waffen für mich waren keine da, immerhin würden die auch auffallen und sonst hatten Karl und Rüdiger draußen immerhin zwei Handfeuerwaffen, aber was bringen die schon. Also würden mir im Falle des Falles nur meine zwei Hände und mein Verstand übrig bleiben, nicht gerade beruhigend. Doch so wie ich Emma bis jetzt kennen gelernt hatte, vertraute ich in ihr Talent und ein bisschen positives Denken half mir auch.

 

Nachdem wir noch mal den Plan in allen Einzelheiten durchgegangen waren, den Rüdiger und Karl weiter ausgearbeitet hatten, und ich den beiden mehrfach versichert hatte, dass ich alles behalten habe, ging es auf in Richtung Messermann, der uns schon ein Auto bereitgestellt hatte. Von Rüdigers “Kollegen“ kam zum Glück keiner mit und auch sonst wussten sie nicht, was wir vorhatten, vielleicht sogar ein Segen für sie. Als alle im Auto fertig angeschnallt waren, wir Mädels durften natürlich hinten sitzen, ging es los ins nächstes Abenteuer… endlich…

 

7.6.09 16:06

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